„Wir sparen viel Geld durch Erdwärme“
Neunundneunzig Prozent der Erde sind heißer als 1000 Grad! Direkt unter unseren Füßen schlummert ein gewaltiges, unerschöpfliches und dazu noch umweltfreundliches Energiepotenzial. So genannte Wärmepumpen holen die Wärme aus dem Erdreich oder der Luft, heizen damit Räume und Wasser. Da Öl und Gas immer teurer werden, wird Wärme aus der Erde als Energiequelle für Hauseigentümer immer attraktiver.
Das dachte sich auch Familie Johst aus Kronsmoor in Schleswig-Holstein. Sie installierte vor drei Jahren eine Sole-Wasser-Wärmepumpe in ihrem Einfamilienhaus (Baujahr 1984) und heizt seitdem ausschließlich mit Erdwärme.
Ingo Johst erzählt: „Als 2006 unsere Ölheizung kaputtging, erkundigten wir uns wegen der steigenden Ölpreise sowohl nach den Kosten für eine neue Ölheizung als auch für eine Wärmepumpe. Für uns kam nur eine Sole-Wasser-Pumpe mit Tiefenbohrung in Frage. Für Flächenkollektoren, die einen Meter horizontal unter der Erde ver laufen, hätten wir bei 175 m² Wohnfläche doppelt so viel Gartenfläche benötigt. Die haben wir nicht.“
Erst schreckten sie die Anschaffungskosten von 26 000 Euro gegen 6000 Euro für eine Ölheizung ab. „Aber dann erklärte uns jemand von der Pumpenfirma, was man dagegen rechnen muss.“ Das heißt, bei einer normalen neuen Ölheizung fielen jährlich für sie an: Kosten für die Rückzahlung des Kredits (15 Jahre Laufzeit), die Verbrauchs- (Heizöl) und Betriebskosten für Wartung etc.
„Bei einer Wärmepumpe gibt es keine Betriebskosten, sie ist wartungsfrei und die Verbrauchskosten sind niedrig. Zudem bekamen wir 2006 ein günstiges Darlehen von der staatlichen KfW-Bank. Seit Anfang 2009 kann man noch bis zu 3000 Euro Förderung extra bekommen“, sagt Ingo Johst.
Innerhalb einer Woche wurden zwei Erdwärmesonden 80 Meter tief gebohrt. Im Vorgarten der Familie zeugen davon zwei abgedeckte Bohrlöcher von ca. 0,5 m Durchmesser. Im Haus wandelt eine Wärmepumpe von der Größe eines Kühlschranks Energie aus der Erde in Wärme um.
„Bei uns ist es immer schön warm. Und: Je teurer das Heizöl wird, desto günstiger ist unsere Anlage. Bei den jetzigen Heizölpreisen sparen wir zwar im Moment ‚nur‘ 125 Euro im Jahr. Aber ist der Kredit erst abbezahlt, sind es 1540 Euro im Jahr und mehr“, sagt Christina Johst.
Quelle: Alles für die Frau (Februar 2009) - Autor: Maike Gronwald
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