"Weg vom Erdöl – Günter Grass heizt sein Haus mit Erdwärme"
Die Gemeinde der Erdwärmenutzer ist um ein prominentes Mitglied gewachsen: Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass heizt sein Haus bei Lübeck mit der Wärme aus dem Boden. Er wolle „weg vom Erdöl als Spekulationsobjekt kommen“, sagt Grass. Er ließ sich von der Schönberger Stoltenberg Energie GmbH eine 21-Kilowatt-Anlage installieren.
Statt des alten Ölbrenners sorgt nun eine Wärmepumpe für Behaglichkeit. Sie ist durch drei 100 Meter tiefe Rohrsonden mit dem Erdboden verbunden. In den Sonden fließt mit Frostschutzmittel versetztes Wasser, das in dieser Jahreszeit im Heizbetrieb etwa drei Grad kühl in den Boden strömt und mit acht Grad zurück zur Wärmepumpe fließt. Diese funktioniert im Prinzip wie ein Kühlschrank, nur dass die anfallende Wärme (beim Kühlschrank wäre es Abwärme) zum Heizen genutzt wird: Ein Kältemittel nimmt in flüssiger Form die unterirdische Energie auf und verdunstet dabei. Als Gas wird es von einem Kompressor komprimiert und dadurch je nach Bedarf auf 60, 70 Grad erhitzt. Nun durchströmt es einen zweiten Wärmetauscher, der das Heizungswasser auf die gewünschte Vorlauftemperatur erhitzt.
„Etwa drei Viertel des Heizwärmebedarfs wird dem Boden entnommen, ein Viertel wird in Form von Strom oder Gas dem Betrieb des Kompressors zugeführt“, erklärt Robert John Doelling von Stoltenberg Energie. ...
Textauszug aus: Hamburger Abendblatt vom 10. November 2008 - Angelika Hillmer
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