"Wärme aus Sonne und Erde - Aufklärung durch den Planer"
Die aktuelle Klimadiskussion hat das Interesse an regenerativen Energien zur Wärmegewinnung für Gebäude deutlich gesteigert. Dabei rechnen sich entsprechende Anlagen nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern steigern auch den Wert eines Gebäudes. Dies gilt nicht nur für den Neubau, auch Bestandsbauten lassen sich damit aufwerten.
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Ganzjährig Erdwärme
Während solarthermische Anlagen aber nur als unterstützende Energiequelle im Energiemix eines Gebäudes dienen, kann Energie aus der Erde den Wärmebedarf eines Hauses über das ganze Jahr vollständig decken. Ein Anbieter von oberflächennahen Erdwärmeheizsystemen ist die Stoltenberg Energie GmbH, die daneben auch Blockheizkraftwerke im Programm hat sowie solarthermische Anlagen plant. Robert John Doelling, verantwortlich u. a. für Projektentwicklung in diesem Unternehmen: „Grundsätzlich sind geothermische Anlagen überall in Deutschland einsetzbar. Jedoch beschränken zum einen gesetzliche Vorschriften oftmals die Erdwärmenutzung z. B. in Wasserschutzgebieten. Zum anderen implizieren geringe Kälteentzugsleistungen, die häufig auf trockenen oder kiesigen Böden zu erwarten sind, oder schwierige Installationsbedingungen höhere Investitionskosten.“
So erhöht sich bei tonigen oder lehmigen Böden mit geringerer Entzugleistung die Anzahl der Bohrmeter. Mit welchen Entzugleistungen bei den verschiedenen Bodenarten gerechnet werden kann, ist in der VDI 4640 nachzulesen. Durchschnittlich benötigt man für 20 kW Heizleistung zirka 300 bis 320 Bohrmeter, die entweder auf zwei oder auf drei Bohrungen verteilt werden. Anita Burkhardt von der Regenerative Energie- und Umwelttechnik GmbH, Neuweiler, die seit 1996 rund 1 500 Geothermie-Projekte realisiert hat:
„Die Kosten für die Erdwärmesonden liegen bei ca. 1 000 € pro kW Heizleistung netto, inklusive aller Arbeiten, die außen am Gebäude anfallen. Für die Wärmepumpe, Pufferspeicher und Brauchwasserspeicher muss nochmals ungefähr derselbe Betrag angesetzt werden. Die Mehrinvestitionen rechnen sich im Neubau allerdings schon innerhalb von 5 bis 8 Jahren.“
Ist eine tiefe Bohrung für die Erdsonden nicht möglich, kann alternativ auch ein Erdkollektor zum Einsatz kommen – ein in rund 1,5 m Tiefe verlegtes Rohrsystem. Allerdings ist der Flächenbedarf – je nach Bodenverhältnissen – recht groß: Wird eine Leistung von 6,5 kW benötigt, muss bei einem feuchten, sandigen Boden mit einer Rohrlänge von 900 m gerechnet werden. Die notwendige Bodenfläche bei nicht optimalen Bodenverhältnissen läge damit bei 450 m².
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Quelle: bba - Dipl. Ing. Olaf Meier
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