Wärmepumpen im Hotel
Übersicht
>> Energiebedarf und -versorgung von Hotelbetrieben
>> Allgemeine Einsparmaßnahmen im Hotelbetrieb
>> Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen in Hotelbetrieben
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Energiebedarf und -versorgung von Hotelbetrieben
In einem Hotelbetrieb werden etwa 2/3 der gesamten Energiekosten durch elektrischen Strom verursacht. Annähernd 3/4 des Energieverbrauchs wird für den Wärmebedarf (Raumheizung und Warmwasser) benötigt. Der verbleibende Anteil wird für Strom benötigt. Die vornehmlichsten Bedarfssektoren eines Hotelbetriebes, die energetische Einsparungen versprechen, sind die Küche (Speisenzubereitung, Industriespülmaschinen), Kühlanlagen (Minibars, Kühlräume), Lüftung und Klimatisierung (raumklimatische Geräte), Beleuchtung (Nebenräume, Gänge und Außenbereich) sowie die Wäscherei (Industriewaschmaschinen).
Neben der grundsätzlichen monovalenten Wärmeerzeugung durch eine Erdwärmepumpen-, Grundwasserpumpen- oder Luftwärmepumpenheizung, gibt es viele Ansatzpunkte zum bivalenten Einsatz oder zur Abwärme- oder auch Abwasserwärmenutzung. Insbesondere bietet der vielfach saisonal oder tageszeitlich stark schwankende Brauchwasserbedarf ein erhebliches Einsparpotential in Erzeugung und Rückgewinnung.
Allgemeine Einsparmaßnahmen im Hotelbetrieb
- regelmäßige Wartung der Heizungsanlage
- Optimierung der Regelung (Außentemperaturregelung, Zeitschaltuhr)
- Dämmung von Verteilern und Heizungsrohren
- Verbesserung der Luftzirkulation um Heizkörper
- Einsatz von Thermostatventilen
- Fensterkontaktschalter zur Heizkörperregelung
- Einsatz von Streifenvorhängen vor Kühlräumen bei hoher Nutzung
Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen in Hotelbetrieben
Monovalente Grundwasser-Wärmepumpe im Hotel mit Heizkörpern
Grundwasser ist die im Vergleich zu Luft und Erde effektivste Wärmequelle, da das Grundwasser ganzjährig hohe und konstante Temperaturen aufweist und höhere Energiemengen vergleichsweise einfach zu entnehmen sind. Einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe zur Heiz- und Brauchwasserversorgung eines Hotels steht in der Summe mehr Wärme zum „pumpen“ bereit, sodass oftmals Jahresarbeitszahlen von weit über 5 erzielt werden. Es werden lediglich zwei Grundwasserbrunnen benötigt, von denen warmes Grundwasser dem einen entnommen wird, über einen Wärmetauscher der Wärmepumpe zugeführt wird und in dem anderen zurück in das Grundwasser eingeleitet wird.
Grundsätzlich sind Brunnenbohrungen aufgrund des Durchmessers und verbauten Komponenten kostenintensiver als Erdsonden. Da sich mit zunehmendem Heizbedarf jedoch auch die zu bohrenden Meter Erdsonde erhöhen und aus entsprechend dimensionierten Grundwasserbrunnen mehr Wärme bereitstellen lässt ohne mehrere Brunnen bohren zu müssen (Fixkostendegression), lohnt sich eine solche Grundwasser-Wärmpumpe gerade für größere Immobilien. Und da auch keine Regenerationsphasen des Erdreichs zwingend erforderlich sind, ist eine Grundwasserwärmepumpe gerade dann äußerst wirtschaftlich und ökologisch, je größer auch der Wärmebedarf außerhalb der Heizperiode z. B. zur Duschwasserbereitstellung eines Hotels ist. Mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl von 5 sind die Brunnenwasser gespeisten Wärmepumpen Spitzenreiter in Sachen Effizienz. Es muss also nur noch 1 kWh Strom aufgewandt werden, um 5 kWh Wärme zu erzeugen. Im Fall einer 100 kW-Anlage mit 4000 Betriebsstunden ergibt sich also ein Stromaufwand von 80.000 kWh und somit ca. 9500 € Kosten pro Jahr. Im Vergleich dazu würde ein Gas-Brennwertgerät ca. 17.100 € Kosten verursachen. Somit liegt auch die Amortisation der Anlage deutlich unter 10 Jahren.
Bivalente Kombination von Luftwärmepumpe und Heizkessel
Eine bivalente Kombination einer Wärmepumpe und eines Heizkessels sorgen für größtmögliche Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern mit vergleichsweise niedrigen Investitionskosten. Insbesondere Luft/Wasser-Wärmepumpen lassen sich innerhalb als auch außerhalb des Hotels leicht nachrüsten und decken über große Teile des Jahres die Wärmeversorgung ab. Bei besonders niedrigen Außentemperaturen (Bivalenzpunkt z. B. -5°C) schaltet sich automatisch der Heizkessel zur Spitzenlastdeckung hinzu. Ein bivalentes Konzept mit Luftwärmepumpe sorgt insbesondere für die Warmwassererzeugung in Hotels im Sommer und in den Übergangsmonaten für eine hohe Effizienz und Jahresarbeitszahl der Luftwärmepumpe. Abhängig von der Heizlast des Hotels und Betriebsweise der Anlage kann die Wärmepumpe bis zu 90 Prozent der Jahresheizarbeit übernehmen.
Eine bivalente Betriebsweise eignet sich besonders für Heizungsanlagen mit hohen Systemtemperaturen, wie sie in älteren Hotels mit Heizkörpern häufig anzutreffen sind, da Vorlauftemperaturspitzen energetisch effizienter über den Heizkessel bereitgestellt werden können. Übernimmt der Heizkessel die komplette Wärmebereitstellung, was in Kombination mit Luftwärmepumpen sinnvoll ist, so spricht man vom bivalent-altenativen Betrieb. Liegt ein auch im Winter konstant nutzbares Temperaturniveau vor (z. B. Erdwärme oder interne Abwärmequellen), so ist auch eine bivalent-parallele Betriebsweise denkbar. Dabei arbeiten Wärmepumpe und Heizkessel gleichzeitig. Der Heizkessel und die lastabhängige Leistungsabgabe werden automatisch über die Wärmepumpenregelung gesteuert. Welche Betriebsweise zu favorisieren ist, muss individuell energetisch, ökologisch und wirtschaftlich analysiert werden.
Energieeffizienzberatung Hotel
Innerhalb unserer Energieeffizienzberatung analysieren wir die Wärmeversorgung Ihres Hotels (Initialberatung). Darauf aufbauend werden Wärmeversorgungskonzepte entwickelt, die eine mögliche Wärmepumpennutzung fokussieren (Detailberatung). In dieser ermitteln wir unterschiedliche Anlagenszenarien und bewerten diese in einer Energie-, Gesamtkosten- und CO2-Bilanz. Dies versetzt Sie in die Lage, das von Ihnen präferierte Konzept weiter zu verfolgen.
Eine Energieeffizienzberatung ist immer bei komplexeren Prozessen zu empfehlen, die nicht durch „Standardlösungen“ bedient werden können bzw. die genaue Analyse mehrerer Möglichkeiten häufig zu besseren Lösungen führen kann. Die Energieeffizienzberatung wird von der KfW bezuschusst. Eine eintägige Initialberatung kostet für Sie dann nur 160€. Einzige Voraussetzung ist, dass zunächst die Anträge mit Projektbeschreibung bei der KfW eingereicht werden. Diese würden wir selbstverständlich für Sie vorbereiten.
Kontaktformular zur Energieeffizienzberatung
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