Heizkörper und Wärmepumpen
Übersicht
>> Wärmepumpen können auch mit Heizkörpern sparsam und umweltfreundlich betrieben werden
>> Wirkungszusammenhang von Vorlauftemperatur und Jahresarbeitszahl
>> Reduktion der Vorlauftemperaturen durch geeignete Optimierungsmaßnahmen
>> Einsatz von effizienten Mittel- und Hochtemperatur-Wärmepumpen
>> Neueste Beiträge und Fragen zum Thema
Wärmepumpen können auch mit Heizkörpern sparsam und umweltfreundlich betrieben werden
Ohne Fußbodenheizung, so heißt es, sei ein Ersatz der Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe nicht möglich. Dieses Urteil ist jedoch falsch, da es die dem Wärmepumpeneinsatz zu Grunde liegenden Zusammenhänge der Thermodynamik außer Acht lässt. Grundsätzlich ist der Einsatz einer Wärmepumpe nicht vom vorhandenen Heizsystem abhängig, sondern von dessen Eignung zur niedrigenthalpischen Wärmeabgabe. Übersetzt bedeutet dies, dass Heizkörper ebenso wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft mit einer Wärmepumpe genutzt werden können, sofern Ihre relative Größe zur Raumgröße einen Betrieb mit geringen Vorlauftemperaturen gestattet. Ist dieses Kriterium erfüllt, so können weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Wärmeabgabe zu optimieren und die Effizienz der Wärmepumpenheizung zu steigern. Letztlich ist aber auch der Einsatz einer auf hohe Vorlauftemperaturen ausgerichteten Wärmepumpe eine wirtschaftliche Lösung.
Wirkungszusammenhang von Vorlauftemperatur und Jahresarbeitszahl
Die Effizienz einer Wärmepumpe ist grundsätzlich von der Differenz der Wärmequellentemperatur und der benötigten Vorlauftemperatur abhängig. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto höher die Jahresarbeitszahl und umso niedriger sind die Heizkosten. Dies beruht darauf, dass der Kompressor der Wärmepumpe mit steigendem Vorlauftemperaturniveau und konstanter Temperatur des Umweltmediums mehr Arbeit verrichten muss. Da der Stromeinsatz mit steigender Vorlauftemperatur zunächst nur unterproportional steigt, sinkt also auch die Arbeitszahl vorerst nur geringfügig. Dieser Zusammenhang ermöglicht es, viele bestehende Heizkörpersysteme auch mit Wärmepumpen effizient zu betreiben (siehe Abbildung). Zu diesem Ergebnis kommt auch der Anfang des Jahres 2008 abgeschlossene Feldtest der Lokalen Agenda 21. Diese hat festgestellt, dass Erdwärmeheizungen mit Radiatoren gegenüber Fußbodenheizungen nur geringe Effizienzminderungen zur Folge haben, solange die Heizkörper mit nicht mehr als 55°C betrieben werden.
Reduktion der Vorlauftemperaturen durch geeignete Optimierungsmaßnahmen
In vielen Immobilien, sind die bestehenden Heizkörper ohne weitere Maßnahmen mit geringeren Vorlauftemperaturen zu betreiben, da diese in den 70er und 80er Jahren häufig überdimensioniert wurden, indem sie der Einfachheit halber an die Fensterbreite angepasst wurden. Trotzdem können Optimierungsmaßnahmen ergriffen werden, um die Arbeitszahl der Wärmepumpe zu erhöhen. So sollte zum Beispiel die Installation von Mischern vermieden werden, da die Wärmepumpe bereits eine entsprechende Regelung besitzt und grundsätzlich nicht mehr Energie produziert werden sollte wie auch letztlich benötigt wird. Zudem sollte ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper erfolgen und das Benutzerverhalten auf einen Niedertemperaturbetrieb abgestimmt werden. Ein großes Optimierungspotential bietet zudem die Einstellung der Wärmepumpe selbst, die von der Stoltenberg Energie GmbH selbstverständlich kostenlos vorgenommen wird. Letztlich führt aber auch eine nachträgliche Verbesserung des Wärmeschutzes (z.B. Isolierverglasung, Wärmedämmung der Fassade, der Kellerdecke oder des Daches) nicht nur zu Energieeinspareffekten, sondern auch zur Reduktion des Vorlauftemperaturbedarfs. Werden doch einzelne Heizkörper durch moderne Heizkörper ausgetauscht, so lässt sich bei gleichem Platzbedarf rund 50 % mehr Übertragungsfläche gewinnen. Dadurch reduziert sich die Vorlauftemperatur häufig um weitere 5 - 10 °C.
Einsatz von effizienten Mittel- und Hochtemperatur-Wärmepumpen
Erfahrungen zeigen, dass auch im Gebäudebestand auch ohne zusätzlichen Wärmeschutz oder Austausch von Heizkörpern ein Großteil der eingebauten Heizsysteme bereits mit Vorlauftemperaturen bis 60 °C betrieben werden können. Für diese Zwecke sind spezielle Wärmepumpen entwickelt worden, so genannte Mittel- oder Hochtemperatur-Wärmepumpen: Die Mitteltemperatur-Wärmepumpe kann bei Systemtemperaturen zwischen 55 °C und 65 °C zum Einsatz kommen. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe kommt zum Einsatz, wenn die ermittelte Systemtemperatur zwischen 65 °C und 75 °C liegt und keinerlei zusätzliche Sanierungsmaßnahmen geplant sind.
Die internationale Initiative des GROUNDHIT-Forschungsprojektes hat den Ansatz der Hochtemperatur-Wärmepumpen zum Gegenstand ihrer 4-jährigen Forschungsbemühungen gemacht. Dabei konnte eine Wärmepumpe für Altbauten entwickelt werden, die in Temperaturbereichen um 80 °C Ergebnisse erbrachte, die sehr nahe an die geforderte Effizienz einer Mindestjahresarbeitszahl von 3 heranreicht. Da meistens lediglich maximale Vorlauftemperaturen von 55 - 65 °C benötigt werden, scheint der Weg zu einer mit den Niedertemperatur-Wärmepumpen vergleichbaren effizienten, sanierungstauglichen Wärmepumpe geebnet.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Wärmepumpen im Altbau
>> Hydraulischer Abgleich einer Wärmepumpenheizung
>> Pufferspeicher und Wärmepumpen
Neueste Beiträge und Fragen zum Thema
Werte Fachleute und Experten, wir betreiben seit 2009 in einem EFH Neubau eine Sole-WP (WPC 7 Stiebel-Eltron) in Verbindung mit einer Fußbodenheizung, also bei niederiger Vorlauftemperatur, möchten allerdings zwei herkömmliche Flächenheizkörper im Keller nachrüsten, um vor allem den Feuchtigkeitsausfall von Warm nach Kalt zu unterbinden, aber auch den Keller anderweitig nutzen zu können. Die Anschlüsse wurden bereits beim Bau (siehe Foto) vormontiert. Die momentane Vorlauftemperatur von 35 °C wäre allerdings zu niedrig, die Heizkörper würden nur lauwarm. Es bräuchte also einen zweiten Heizkreis mit 55 °C über eine hydraulische Weiche. Die ist auch eingebaut, wie zu sehen, allerdings sind die vorgesehenen Abgänge falsch konzipiert, sagt Stiebel-Eltron. Was ist zu tun? Muss ggf. ein zweiter Vorlaufstrang mit separater Pumpe installiert werden? Wo wäre der Abgang?
Aus der Ferne können wir leider garnix dazu sagen. Das müsste man detailliert begutachten, um zu einer sinnvollen Empfehlung zu kommen. Am Besten wäre es doch, wenn der Kundendienst von Stiebel Eltron das regelt oder der Heizungsbauer, der Ihnen die Weiche/ Wärmepumpe eingebaut hat.
Hallo, wir bauen gerade ein RMH, 140 qm und möchten mit Heizkörpern heizen. Können diese mit einer Wasserwärmepumpe betrieben werden? Macht eine Kombination mit Solar (Warmwasser für Sommer) und Photovoltaik Sinn?
Heizkörper können grundsätzlich mit jeder Wärmepumpe beheizt werden. Entscheidend hierbei ist jeweils die resultierende Effizienz aus der Leistung der Wärmequelle und der Vorlauftemperatur. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist hierbei als ideal anzusehen, da Sie damit zu jeder Jahreszeit ein hohes Temperaturniveau und Energievolumen nutzen. Vermutlich wäre allerdings eine Sole-Wasser-Wärmepumpe für die Beheizung eines 140m2 Neubaus etwas günstiger. Hier könnten Sie auch bei der Auswahl der Heizkörper zB Niedertemperaturheizkörper von vornherein die Vorlauftemperatur auf den Wärmepumpenbetrieb angleichen.
Kombinationen mit Solarthermie oder einer Photovoltaikanlage sollten jeweils einzelnd bewertet werden. In vielen Fällen ist die Kombination Wärmepumpe/ Solarthermie ökologisch sinnvoll, eine Wirtschaftlichkeit stellt sich jedoch nur selten ein, da der absolut eingesparte Betrag gerade bei einer Wärmepumpe nicht sehr groß ist. Eine Kombination mit Photovoltaik sollten Sie unabhängig von der Heizung kalkulieren. Interessant ist hier, dass Sie einen größeren Eigenverbrauch theoretisch anstreben könnten. Wir helfen Ihnen gerne bei der Entscheidungsfindung weiter.
Unser Niedertemperaturgaskessel ist 26 Jahre alt und soll erneuert werden. Wir haben ein Einrohrsystem mit Heizkörpern wie sie 1984 vorwiegend eingebaut wurden. Nun stellen wir uns die Frage, kann ein solches System mit einer Luft-Wärmepumpe betrieben werden? Oder ist es sinnvoller und besser, eine Pelettheizung einzubauen? Ich freue mich über eine schnelle Antwort.
Eine Einrohrheizung kann auch mit einer Luft-Wärmepumpe betrieben werden. Hierzu sollte jedoch im Vorfeld eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erfolgen, die die tatsächliche Jahresarbeitszahl bei der für die Einrohrheizung höheren Vorlauftemperaturen berücksichtigt. Eine ebensolche sollten Sie auch unter Einbeziehung der Lebensdauer der Holzpelletheizung, der Wartungskosten und der Bezugskostenentwicklung der Holzpellets anstrengen. In Form eines Gesamtkostenvergleichs ergibt sich dann schnell die Vorteilhaftigkeit des jeweiligen Systems. Parallel dazu sollte geprüft werden, inwieweit die baulichen Voraussetzungen (Schornstein, Platzbedarf des Holzpelletlagers) überhaupt eine Holzpelletheizung zulassen.
Wir bieten Ihnen gerne an, eine solche Betrachtung als Entscheidungshilfe vorzunehmen.
Hallo, wir sind dabei eine Doppelhaushälfte zu erwerben, welche grundlegend renoviert werden muss. Nun stellt sich auch die Frage der Heizungs- und Wasseranlage. Da uns von 2 verschiedenen Firmen zwei gegensätzliche Aussagen entgegen stehen, sind wir unsicher.
- Variante: Installation Luftwasserwärmepumpe (bis 60 Grad) und normale Heizkörper mit Vorlauftemperatur von 45 Grad oder alternative sog. Konvektoren mit Heizstab.
- Aussage: wir sollen den vorhandenen Gasanschluss nutzen und einen Brennwertkessel und neue Heizkörper installieren. Mit der Wärmepumpe würden wir nicht glücklich, da wir lange auf Warmwasser warten müßten und die Raumtemperatur nicht warm genug bekommen.
Das Haus ist nicht gedämmt, die Fenster werden alle ersetzt. Was meinen Sie dazu? Danke.
Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt grundsätzlich nicht davon ab, ob Sie nun Heizkörper oder eine Fußbodenheizung nutzen, sondern von der Vorlauftemperatur, die zur Beheizung der Räume nötig wird. Auch Heizkörper können mit Vorlauftemperaturen von zum Beispiel 45°C betrieben werden. Natürlich sind Fußbodenheizungen mit geringen Vorlauftemperaturen als ideal zur Nutzung von Niedertemperatur-Wärmepumpen zu bezeichnen. Allerdings ist es nicht so, dass eine Wärmepumpe mit Heizkörpern jegliche Wirtschaftlichkeit vermissen lässt, sobald ein Heizkreislauf des Hauses mit Heizkörpern betrieben wird.
Da Ihre Doppelhaushälfte grundlegend saniert werden soll und demzufolge wohl auch die Dämmung des Hauses vermutlich verbessert wird, sind die Grundvoraussetzungen für eine Wärmepumpe gegeben. Heute gibt es auch gute Niedertemperaturheizkörper, die sich hervorragend mit niedrigen Vorlauftemperaturen und einer Wärmepumpe betreiben lassen. Dass Sie „lange auf Warmwasser warten müssten“ ist mit Verlaub gesagt völliger Quatsch. Dass Sie die „Raumtemperatur nicht warm genug bekommen“ ebenfalls. Meist sind solche Urteile schnell gefällt, weil der Urteilende schlichtweg andere Interessen verfolgt und in der Regel keine Ahnung von Wärmepumpen besitzt. Nichtsdestotrotz sollte eine Wärmepumpe individuell auf Ihr Haus und das Nutzungsverhalten abgestimmt werden und diesbezüglich eine dem Heizwärmeverteilungssystem entsprechende realistische Betriebskostenprognose angestrengt werden. Diese sollten Sie dann innerhalb einer Gesamtkostenrechnung einer Alternativvariante gegenüberstellen und abwägen, ob die Ersparnis pro Jahr für Sie (neben anderen Vorteilen der Wärmepumpe) ausreicht.
Hallo, zu meinen Gegebenheiten:
- Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung Bj.1971,
- Außenwanddämmung 30cm Bimshohlblock + 4 cm Styropor innen.
- Gesamtwohnfläche 200 m2, davon werden ca. 170 m2 regelmäßig beheizt.
- Heizungsvorlauf bei 0 bis +15°= 45-55°, bei 0-10°= 55-70°.
- Geschätzter Ölverbrauch, 4000-5000L/Jahr.
Derzeit heize ich zu 70% mit Holz und den Rest mit Öl. Die Einliegerwohnung wird als Ferienwohnung vermietet. Um mit Holz zu heizen, muß ich durch diese Ferienwohnung. Ich hätte nun gerne für die Zeit von April bis einschließlich Oktober eine Alternative zum Öl. Warmwasser für 5-7 Pers. und Heizungsunterstützung. Was würden Sie mir empfehlen? Eine thermische Solaranlage (max. für 13 m2 Platz) oder eine Luft/Wasser-Wärmepumpe? Ich freue mich auf Ihre Info!
Ohne auf die grundlegenden Eigenschaften einer Solarthermieanlage und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zur Brauchwasserbereitung im Sommer und in den Übergangsmonaten eingehen zu wollen, möchte ich Ihnen eine bivalente Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und Ihrem bestehenden Heizkessel empfehlen, da diese Systemkonfiguration für größtmögliche Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern mit vergleichsweise niedrigen Investitionskosten sorgt und eine hohe Flexibilität hinsichtlich Ihrer Vermietungssituation bietet. Ein Zuheizen mit Holz ist natürlich immer noch möglich.
Die Luft/Wasser-Wärmepumpe kann leicht nachgerüstet werden und deckt über große Teile des Jahres die Wärmeversorgung ab. Bei besonders niedrigen Außentemperaturen schaltet sich dann automatisch Ihr Öl-Heizkessel zur Spitzenlastdeckung hinzu. Dieses bivalente Konzept mit Luftwärmepumpe sorgt insbesondere für die Warmwassererzeugung im Sommer und in den Übergangsmonaten für eine hohe Effizienz und Jahresarbeitszahl der Luftwärmepumpe. Und kann bis zu 90 Prozent der Jahresheizarbeit übernehmen.
Eine bivalente Betriebsweise der Luft-Wärmepumpe eignet sich besonders für Heizungsanlagen mit hohen Systemtemperaturen, wie sie in Ihrer Immobilie anzutreffen sind, da Vorlauftemperaturspitzen im Winter energetisch effizienter über den Heizkessel bereitgestellt werden können. Grundsätzlich resultiert aus dieser Systemkonfiguration eine wirtschaftlichere Betriebsweise als mit einer Solarthermiekombination. In welchem Umfang Kosten im Vergleich zur Ist-Situation und im Vergleich zur Solarthermieanlage eingespart werden können, bedarf einer genaueren Analyse, die wir gerne für Sie anfertigen.
Ich habe ein Haus, ca. 120m2 mit Ölheizung und ca. 2500l Verbrauch. Meine Vorlauftemperatur geht bei minus 10° Aussentemperatur auf 70°. Kann hierfür eine Wärmepumpe eingesetzt werden und welche Kosten würde das bedeuten?
Die von Ihnen genannte Vorlauftemperatur kann auch durch Wärmepumpen erzeugt werden. Die Auswahl der Wärmepumpe für den von Ihnen angestrebten Temperaturbereich sollte aber wirklichen Experten überlassen werden, da die Effizienz – unabhängig von der Wahl des Umweltmediums – je nach Hersteller doch mitunter starken Schwankungen unterliegt. Es sollte vornehmlich eine sogenannte Hochtemperaturwärmepumpe gewählt werden.
Es stellt sich bei Ihren Angaben jedoch die Frage, ob eine Vorlauftemperatur (auch bei der von Ihnen angegebenen Außentemperatur von – 10°C) tatsächlich benötigt wird. Falls durch eine Einstellungsänderung der Heizung oder einen hydraulischen Abgleich der Heizkörper keine Reduktion der Vorlauftemperatur bei diesen Spitzen erzielt werden kann, sollte über den Austausch von Heizkörpern oder Dämmungsmaßnahmen nachgedacht werden. Dies bedeutet nicht, dass dies für die Installation einer Wärmepumpe zwingend notwendig wäre, es stellt lediglich sicher, dass die Effizienz eines Wärmepumpenbetriebs durch Reduktion der Vorlauftemperatur optimiert werden könnte. Zudem muss hinzugefügt werden, dass – 10°C Außentemperatur nur für wenige Tage der Heizperiode gilt. Diese kurze Zeit, in der die Wärmepumpe durch einen zusätzlichen Heizstab unterstützt wird, verschlechtert das Ergebnis einer Gesamtkostenrechnung nur unwesentlich. Eine Vorteilhaftigkeit der Wärmepumpe gegenüber anderen Heizungstechniken ist mit großer Wahrscheinlichkeit immer noch gegeben und auch Ihr Haus wird mit den von Ihnen gewünschten Temperaturen problemlos versorgt werden können.
Hallo, ich ringe mit mir über den Einsatz einer Luft/Wasser Wärmepumpe. Eckdaten: Haus ca. 1900 ca. 130 qm Wohnfläche, Radiatoren, Vorlauf auf 50 Grad reduziert, Kaminofen heizt mit, Thermofenster, Dach ungedämmt. Ölverbrauch ca. 2000-2500 Liter. Ist hier eine Wärmepumpe sinnvoll? Und mit welchen Kosten kann man rechnen? Danke für Ihre Bemühungen!
Mit einer Luftwärmepumpe sind je nach gewähltem Stromtarif für eine entsprechende Hochtemperaturnutzung Heizkosten von ca. 800€ bis 1000€ für Ihre Immobilie als realistisch anzunehmen. Gerne würden wir Sie beraten oder eine immobilienindividuelle Planung anstrengen.
Wir bewohnen eine DHH, Bj.1993 mit Ölzentralheizung. Wir haben die DHH mit 6 Zimmer, dafür rel. kleine Zimmer bauen lassen. Derzeitige max. Vorlauftemperatur 50 Grad. Damit erreiche ich im WZ 20 Grad Raumtemperatur. Kann ich mit einer Luft-Wasser Wärmepumpe mind. eine Jahresarbeitszahl von 3 erreichen?
Das Erreichen einer bestimmten Jahresarbeitszahl mit einer Luftwärmepumpe ist grundsätzlich von der Differenz der Wärmequelle, also der Luft, und der benötigten Vorlauftemperatur abhängig. Eine Erhöhung der Temperatur der Wärmequelle oder eine Reduktion der Vorlauftemperatur führt tendenziell zu einer Steigerung der Leistungszahl der Luftwärmepumpe.
Typischerweise ist die Temperatur der Außenluft in der Heizperiode relativ gering, sodass sich je nach Hersteller und Fabrikat ab Unterschreitung einer gewissen Temperaturgrenze ein Heizstab hinzuschaltet, der die Wärmepumpe unterstützt. Je länger dieser Heizstab benötigt wird, desto höher der Stromeinsatz. In den gemäßigten Breiten Westeuropas ist in aller Regel keine längere Frostperiode zu erwarten, sodass sich je nach Fabrikat und Vorlauftemperatur durchaus eine Jahresarbeitszahl von Drei einstellen kann. Es gibt aber auch vielfältige andere Möglichkeiten, die JAZ der Luftwärmepumpe zu erhöhen, in dem zum Beispiel nur das Heizwasser erzeugt wird oder im Winter mit Holz zugeheizt wird. Sie können aber auch bivalent heizen. Das heißt, dass Sie eine z. B. konventionelle Heizung als Spitzenlastheizung einsetzen. Letztlich sind zur Beurteilung neben ökologischen Kriterien vor allem wirtschaftliche Kriterien entscheidend, die am Besten per Gesamtkostenrechnung bestimmt werden. Auch bei einer JAZ geringer als Drei sind Luftwärmepumpen im monovalenten Betrieb zur Abdeckung des Gesamtwärmebedarfs häufig weitaus vorteilhafter.
Hallo, wir haben die selbe Frage, nur andere Vorraussetzungen! In unserem Einfamilienhaus (150 m²) verfeuern wir 3600 ltr/p.a. in einer Ölheizung, Bj. 1986. In dieserm Winter wollen wir herausfinden mit welcher Vorlauftemperatur wir über unsere neuen (2005), für Niedrigtemperatur-Heizungen ausgelegten Heizkörper die Hütte warm bekommen. Im Moment sieht es nach einem Grenzwert von 65 °C aus. Wir werden auf keinen Fall mit einer Vorlauftemperatur von 45 °C zurecht kommen, erwiesenermaßen reichen auch 55 °C nicht, denn mit dieser Vorlauftemperatur haben wir in den letzten, moderat kalten Wintertagen, eine Raumtemperatur von ca. 18 °C erreicht; unsere Wohlfühltemperatur liegt jedoch bei etwa 21 °C. Wir hoffen auf die 65 °C Vorlauftemperatur – sofern eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine solche in wirtschaftlich sinnvoller Weise generieren kann. Eine geothermische Wärmepumpe käme für uns finanziell nur in Frage, wenn die erzielbare Energieersparnis die ja wohl deutlich höheren Investitionskosten abzufangen vermag. Andernfalls wird für uns wohl nur eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Option sein. Nach meiner Recherche müssen wir für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Kosten von etwa 30.000 €, für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von 15 bis 20.000 € rechnen. Könnten Sie uns hier weiterhelfen und eine Kosten-Nutzen-Analyse für beide Systeme erstellen?
>> 15kW - Luftwärmepumpe Hochtemperaturauslegung VLT 65°C
>> 14,5kW - Erdwärmepumpe Hochtemperaturauslegung VLT 65°C
In beiden Fällen müssen wir ob der gegebenen Vorlauftemperatur von 65°C eine mindere Jahresarbeitszahl annehmen. Im Falle der Erdwärmeheizung ist eine 3,5, im Falle der Luftwärmepumpe eine 2,5 realisierbar. Für beide besteht keine Förderfähigkeit durch das Bafa, sodass die Wirtschaftlichkeitsanalysen ebenfalls ohne diese Zuschüsse berechnet wurden.
Im Ergebnis zeigt sich, dass Sie in beiden Fällen deutliche Betriebskostenersparnisse erzielen könnten. In der Gesamtkostenbetrachtung schneidet die Luftwärmepumpe jedoch schlechter ab und bei gegebener Gebäudehülle würde sich neben der eingeschränkten Umweltverträglichkeit auf Grundlage des aktuell geltenden Strommixes und der dementsprechenden CO2-Emission auch ein wirtschaftlicher Verlust einstellen. Würde ein Preisszenario gerechnet werden, das die langfristig jährlich steigenden Kosten für Gas, Öl und Strom berücksichtigen würde, so wäre wohl auch im Falle der Luftwärmepumpe ein wirtschaftlich positives Ergebnis zu erzielen.
Meine Frage: Mein Ölheizkessel ist Baujahr 1986, ich beheize 240qm und hab einen Verbrauch von 4000Liter Öl, hab aber nur Radiatoren. Kann ich eine Wärmepumpe - Luft mit diesen Werten betreiben?
Der Ersatz Ihrer Ölheizung durch eine Luftwärmepumpe ist grundsätzlich möglich. Allerdings müssen die Ihrer Immobilie entsprechenden benötigten Systemtemperaturen besonders berücksichtigt werden. Hier gilt es, die minimal mögliche Vorlauftemperatur zu ermitteln, mit der sich die Heizkörper nach Einstellung der Jahres- und Tagesganglinien und hydraulischem Abgleich, beheizen lassen. Unsere Erfahrung ist, dass gerade in älteren Immobilien die Heizkörper überdimensioniert sind, sodass diese auch mit niedrigeren Vorlauftemperaturen zu betreiben sind, wenngleich Ihr jetziger Ölbrenner nicht unbedingt für den Niedertemperaturbetrieb geeignet ist.
Der Hintergrund ist, dass nur geringfügige Abschläge der Jahresarbeitszahl der Luftwärmepumpe mit Heizkörpern und Vorlauftemperatur von 45°C zum Betrieb derselben Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und Vorlauftemperatur von 35°C zu erwarten sind. Wenn Sie möchten, erstellen wir Ihnen gerne eine Kostenschätzung über die von Ihnen benötigte Luftwärmepumpe und berechnen die resultierenden Einsparungen auf dem Hintergrund des Heizkörperbetriebs.
Möchten Sie eine Frage, einen Kommentar oder einen Erfahrungsbericht diesem Thema anfügen? Wir freuen uns auch über Fotos Ihres Projekts!
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