Glossar - Begriffe verständlich erklärt
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Übersicht
>> Solare Wärmegewinne eines Gebäudes
>> Solarthermie
>> Spitzenlast
>> Strommix
>> Superplume
Saisonale Wärmespeicher
Geothermie steht immer, also unabhängig von der Tages- und Jahreszeit und auch unabhängig vom Wetter zur Verfügung. Optimal wird eine Anlage, in der das oberflächennahe Temperaturniveau genutzt werden soll, dann arbeiten, wenn sie auch zeithomogen genutzt wird. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn im Winter mit Hilfe einer Wärmepumpe das oberflächennahe Temperaturniveau von ca. 10°C zum Heizen genutzt wird und sich dabei entsprechend absenkt und im Sommer dann dieses Reservoir zur direkten Kühlung benutzt wird. Beim Kühlen im Sommer ergibt sich dabei eine Erwärmung des oberflächennahen Reservoirs und damit dessen teilweise oder vollständige Regeneration. Im Idealfall sind beide Energiemengen gleich. Der Energieverbrauch des Systems besteht dann im Wesentlichen aus der Antriebsleistung für die Wärme- bzw. Umwälzpumpe.
Verstärkt wird diese Funktion, wenn Geothermie mit anderen Anlagen z. B. Solarthermie kombiniert wird. Solarthermie stellt Wärme vorwiegend im Sommer zur Verfügung, wenn sie weniger gebraucht wird. Durch Kombination mit Geothermie lässt sich diese Energie im Sommer in den unterirdischen Wärmespeicher einspeisen und im Winter wieder abrufen. Die Verluste sind standortabhängig, aber in der Regel gering.
Saisonale Speicher können sowohl oberflächennah, als auch tief ausgeführt werden. Sogenannte Hochtemperatur-Speicher (> 50 °C) sind allerdings nur in größerer Tiefe denkbar. Beispielsweise verfügt das Reichstagsgebäude über einen derartigen Speicher.
Saug- und Schluckbrunnen
Wasser/Wasser-Wärmepumpen nutzen ein oberflächennahes Grundwasservorkommen zur Wärmegewinnung für Heizung und Warmwasserbereitung. Über einen Saugbrunnen (Förderbrunnen) wird das Grundwasser durch eine Unterwasserpumpe der Wärmepumpe zugeführt. Ein Schluckbrunnen führt das Grundwasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurück, nachdem ein Teil der Wärmeenergie entzogen wurde.
Schalldämpfer
In einem Lüftungssystem zur kontrollierten Wohnraumlüftung können durch die installierten Lüftungsleitungen Geräusche von einem Raum zum anderen übertragen werden. Weil dies nicht erwünscht ist, werden im Rohrnetz an den erforderlichen Stellen Schalldämpfer in die Rohrleitungen eingesetzt.
Schneckenbohrpfahl
Eine Sonderform eines erdberührten Bauteils ist der Schneckenbohrpfahl für Erdwärmesonden. Nach dem Abteufen der Bohrung durch die Endlosschnecke wird der Beton durch das zentral angeordnete Schneckenrohr (Seele) eingepresst und die Schnecke gleichzeitig gezogen. Der Armierungskorb wird nachträglich eingepresst oder einfibriert.
Selektivbeschichtung
Absorber von Solarkollektoren werden in einem speziellen Verfahren beschichtet, um möglichst wenig Sonnenenergie zu reflektieren. Strahlungsverluste werden somit reduziert, so dass der Kollektor den größtmöglichen Solarertrag erzielen kann.
Sicherheitsventil
In einem geschlossenen Behälter steigt der Druck, wenn das darin enthaltene Wasser erwärmt wird. Sicherheitsventile schützen Warmwasserspeicher und Heizkessel gegen das Überschreiten des höchstzulässigen Betriebsdruckes. Bei Speicherwassererwärmern wird das Sicherheitsventil im Kaltwasserzulauf installiert. Kleinere, wandhängende Warmwasserspeicher werden über eine Sicherheitsgruppe mit integriertem Sicherheitsventil angeschlossen. Wird der Ansprechdruck erreicht, öffnet das Sicherheitsventil und baut so den Überdruck wieder ab. In Solarthermie-Anlagen leitet ein Sicherheitsventil im Fall einer Betriebsstörung Solarflüssigkeit in einen Auffangbehälter ab.
Solare Kühlung
Raumkühlung mit Sonnenenergie. Bei der solaren Kühlung wird als Antriebsenergie für Kältemaschinen, wie etwa eine Klimaanlage, nicht elektrischer Strom genutzt sondern Solarthermie.
Solarer Deckungsgrad
Solarthermie-Anlagen werden überwiegend eingesetzt, um die kostenlose Sonnenwärme für die Warmwasserbereitung zu nutzen. Der solare Deckungsgrad gibt an, wie groß der Anteil des Ertrags an Solarwärme am gesamten Energiebedarf ist, der zur Trinkwassererwärmung erforderlich ist.
Solare Wärmegewinne eines Gebäudes
Dies sind die Wärmegewinne, die von der Sonne über Fenster, Fenstertüren sowie Außentüren in Abhängigkeit von der Himmelsrichtung dem Gebäude zugeführt werden. In Niedrigenergiehäusern machen die solaren Wärmegewinne einen Großteil des Heizwärmebedarfs aus und werden daher auch als passive Sonnenenergienutzung bezeichnet.
Solarflüssigkeit
Um zwischen Kollektor und Solarspeicher die Wärme zu transportieren, zirkuliert im Solarkreislauf eine Wärmeträgerflüssigkeit. Diese nimmt im Absorber die eingestrahlte Sonnenwärme auf. Für sicheren Betrieb auch im Winter muss die Solarflüssigkeit jedoch frostsicher sein, so dass der Solarkreislauf nicht einfach nur mit Wasser befüllt werden darf. Deshalb wird hierfür ein ökologisch unbedenkliches Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel verwendet.
Solarspeicher
Ob die Sonnenwärme für die Warmwasserbereitung oder zur solaren Heizungsunterstützung genutzt wird: In beiden Fällen wird sie in einem Solarspeicher zwischengespeichert, damit die Wärme auch dann verfügbar ist, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Je nach Ausführung der Solarthermie-Anlage werden unterschiedliche Bauformen eingesetzt. Für die solare Trinkwassererwärmung werden überwiegend bivalente Warmwasserspeicher verwendet, an die zusätzlich ein zweiter Wärmeerzeuger angeschlossen werden kann. Bei solarer Heizungsunterstützung wird die Wärme in einem Pufferspeicher bevorratet. Für die Kombination von Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eignen sich Kombispeicher.
Solarthermie
Die thermische Energie der Sonnenstrahlung wird in der Solarthermie nutzbar gemacht. Dabei ist die gewählte Architektur eines Gebäudes, bei der die passive und aktive Nutzung der Sonnenenergie berücksichtigt wird, ein entscheidende Faktor.
Passive Sonnenenergienutzung durch Glasfassade und Dachfenster, aktive Solarenergienutzung durch einen GroßflächenkollektorBei der passiven Nutzung erwärmt die Sonne direkt, also ohne technische Apparate, ein Gebäude z.B. durch entsprechend ausgerichtete Fensterflächen oder durch sogenannte Transparente Wärmedämmung, bei der das Sonnenlicht die äußerste Dämmschicht durchdringen kann und so die dahinter liegende Mauer erwärmt.
Von aktiver Nutzung spricht man dann, wenn entsprechend konstruierte Absorberflächen Sonnenwärme sammeln und diese mit Hilfe eines Mediums z. B. zu einem Wärmespeicher transportiert wird. Im Haushalt findet die Sonnenwärme vorwiegend zur Erwärmung von Wasser und der Raumluft Verwendung. In der Industrie ist darüber hinaus noch die Umwandlung in chemische Energie, elektrische Energie und mechanische Energie anzutreffen. Zunehmend werden solar betriebene Absorptionskältemaschinen für die Gebäudeklimatisierung eingesetzt.
Eine IEA-Studie im Jahr 2005 ermittelte einen weltweiten Energiebeitrag der Solarthermie von 70 Gigawatt. Eine typische Anwendung ist der Sonnenkollektor. Solarthermische Anwendungen sind umso effizienter, je mehr von der Sonneneinstrahlung tatsächlich absorbiert wird und je weniger der dabei entstehenden Wärme durch Wärmestrahlung, Wärmeleitung oder Wärmeübertragung verloren geht. Um eine möglichst hohe Effizienz zu erreichen, verfügen die Absorber von Sonnenkollektoren über eine selektive Beschichtung. Diese hat eine besonders hohe Aufnahmefähigkeit (Absorptionsgrad) für den Spektralbereich des Sonnenlichts, in dem die meiste Energie eingestrahlt wird, während die Abstrahlung infraroter Wärme-Strahlung durch einen geringen Emissionsgrad minimiert wird. Einfache schwarze Farbe nimmt dagegen Strahlung so gut auf, wie sie Wärmestrahlung abgibt.
Sole/Wasser-Wärmepumpen
Die Vertreter der Wärmepumpen-Typen Sole/Wasser haben sich bisher am meisten verbreitet, weil sie wegen der ganzjährig ausreichend vorhandenen Erdwärme monovalent, also ohne weiteren Wärmeerzeuger betrieben werden können. Das Wärmeträgermedium auf der Seite der Wärmequelle ist ein Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch (Sole). In einem geschlossenen Kreislauf nimmt die Wärmepumpe die Wärme über ein horizontal oder vertikal im Erdreich verankertes PE-Rohr auf und gibt sie über einen Wärmetauscher an den Kältekreislauf der Wärmepumpe ab.
Nutzt man eine Direktverdampfungstechnik, so kann auf einen Wärmetauscher zwischen Wärmequellenkreis und Wärmepumpe verzichtet werden. Bei diesem Verfahren werden zur Nutzung der Erdwärme Horizontal-Kollektoren aus Kupferrohr verlegt, in denen das Kältemittel aus der Wärmepumpe zirkuliert.
Vorteil dieser Technologie: Durch den Wegfall eines Wärmetauschers treten weniger Verluste auf und eine separate Pumpe zum Antrieb des Wärmequellen-Kreislaufs ist nicht mehr notwendig, weil die Verdichtereinheit der Wärmepumpe diese Aufgabe bewältigt.
Die meisten kleinen oder mittleren Sole/Wasser-Wärmepumpen haben einen Verdichter, der mit einer Scroll-Technologie sehr leise und wartungsarm arbeitet. Auf der Heizkreisseite dieser Wärmepumpen-Typen wird die Energie über einen Wärmetauscher an Heizkörper oder eine Fußbodenheizung abgegeben.
Sole/Wasser-Wärmepumpen befinden sich normalerweise im Haus, doch bei beengten Platzverhältnissen können entsprechende Geräte auch außen aufgestellt werden. Für ein Einfamilienhaus ist mit einer Aufstellfläche von ca. einem Quadratmeter für die Wärmepumpe zu rechnen.
Sonnenenergie
Als Sonnenenergie oder Solarenergie bezeichnet man die von der Sonne durch Kernfusion erzeugte Energie, die in Teilen als elektromagnetische Strahlung (Strahlungsenergie) zur Erde gelangt. Die Sonnenenergie ist über Hunderte von Jahren annähernd konstant. Die Intensität der Sonneneinstrahlung beträgt an der Grenze der Atmosphäre etwa 1,367 kW/m²; dieser Wert wird auch als Solarkonstante bezeichnet. Ein Teil der eingestrahlten Energie wird von den Bestandteilen der Atmosphäre absorbiert und in Wärme umgewandelt. Ein weiterer Teil entkommt durch die Emission eines Teils der absorbierten Energie in Richtung Weltall der Erde und zuletzt führt die Reflexion an Schwebeteilchen wie Eiskristallen und Staub in der Luft zu einer weiteren Verringerung der aufgenommenen Energie. Die Größe dieser Verluste hängt vom Zustand der Atmosphäre ab. Dabei spielen die Luftfeuchtigkeit, die Bewölkung und die Länge des Weges, den die Strahlen durch die Atmosphäre nehmen müssen, eine Rolle. Die auf die Erdoberfläche auftreffende Strahlung beträgt auf eine senkrecht dazu stehende Fläche noch ungefähr 1 kW/m². Auf schräg zur einfallenden Strahlung aufgestellte Flächen trifft weniger Strahlung auf.
Die oberflächennahe Geothermie wird zu einem Großteil aus Sonnenenergie gespeist. Daher sind alle Anwendungen die Erdwärme mit Wärmepumpen nutzen auf die Regeneration des Erdreichs durch Sonnenenergie angewiesen.
Sorptions-Wärmepumpe
Eine weitere Wärmepumpen-Bauart sind die Sorptions-Wärmepumpen. Sie funktionieren nach dem physikalisch-chemischen Vorgang der Absorption, bei dem eine Flüssigkeit oder ein Gas von einer anderen Flüssigkeit aufgenommen wird. Beim ebenfalls chemisch-physikalischen Vorgang der Adsorption wird eine Flüssigkeit an der Oberfläche eines Festkörpers festgehalten. Dies geschieht unter bestimmten Bedingungen durch physikalische Einwirkungen wie Druck oder Temperatur. Sorptionsvorgänge sind reversibel. Das Prinzip der Sorption macht sich etwa bei der Kohlensäure bemerkbar, die im Mineralwasser absorbiert (gelöst) und beim Öffnen der Flasche durch die Verringerung des Drucks wieder frei wird. Das Filtern von Gerüchen und Schadstoffen aus der Atemluft durch Aktivkohle folgt dem Prinzip der Adsorption.
Diese Wärmepumpen-Bauarten lassen sich noch in Absorptions- und Adsorptions-Wärmepumpen unterteilen.
Spitzenlast
Spitzenlast ist die Kraftwerks-Leistung, die zusätzlich zur Grund- und Mittellast benötigt wird, um auch bei schwankendem Stromverbrauch die Versorgung zu jeder Zeit sicherzustellen. In der Schweiz werden Mittellast und Spitzenlast, also der gesamte Stromverbrauch, der über der Grundlast/Bandernergie liegt, als Spitzenenergie bezeichnet.
Spitzenlast bezeichnet kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz. Der Leistungsbedarf ist in der Regel sehr gut voraussagbar, da der Verlauf der Nachfrage über den Tag bekannt ist. Bei unvorhersehbaren Ereignissen, beispielsweise Kraftwerksausfällen, reagieren die Energieversorger und liefern Spitzenlastleistung, bis der Spitzenbedarf wieder abgeklungen ist oder Kraftwerke für den Mittellastbetrieb übernehmen können. Auch Pumpspeicherkraftwerke kommen zur Deckung von Stromlücken zum Einsatz.
Zur Abdeckung der Spitzenlast kommen schnell regelbare Kraftwerke zum Einsatz, so genannte Spitzenlastkraftwerke, die kurzzeitig hohe Leistungen zur Verfügung stellen können. Spitzenlast wird häufig an Strombörsen gehandelt, wo sie im Extremfall mehrere Euro pro Kilowattstunde kosten kann.
Stahlbeton-Hohlpfähle
Stahlbeton-Hohlpfähle für Erdwärmesonden werden in der Regel mit kreisrunden Querschnitten mit Durchmessern von 30 bis 60 Zentimeter als Hohlpfähle im Werk hergestellt. Nach dem Transport auf die Baustelle werden die Pfähle eingerammt und vor dem Ausgießen des Hohlraums mit Beton werden die Wärmetauscherrohre eingebaut. Micropfähle Erdwärmesonden von geringem Durchmesser sind Micropfähle aus Stahl- oder Gussrohren die eingerammt und dann ausbetoniert werden. Oder es wird durch Verpressen von Zementmörtel ein Verbund mit dem umliegenden Erdreich hergestellt. Vor dem Ausgießen der Pfähle werden die Wärmetauschersonden eingebaut.
Stahlbeton-Rammpfähle
Stahlbeton-Rammpfähle als Erdwärmesonden werden mit quadratischen Querschnitten von 30/30 Zentimeter bis 40/40 Zentimeter hergestellt. Die Längen betragen bis zu 14 Meter. Nach dem Transport auf die Baustelle werden die Pfähle eingerammt. Diese Erdwärmesonden können nur mit maximalen Längen von 14 Metern produziert und gerammt werden. In vielen Fällen sind die Fundierungstiefen jedoch wesentlich tiefer und das vorhandene Energiepotenzial ist in den tieferen Schichten höher. Um diese Energie zu gewinnen, wurden Pfahlverbindungen entwickelt, durch die Vor- und Rücklaufleitungen hindurchgeführt werden können.
Strömungssicherung
Bei raumluftabhängigen, kamingebundenen Gas-Wandheizgeräten mit atmosphärischen Gasbrennern ist die Strömungssicherung fester Bestandteil, auch, um Abgasverluste zu begrenzen. Als Bindeglied zwischen Gas-Heizgerät und Abgasrohr gewährleistet die Strömungssicherung (auch Zugunterbrecher genannt) die einwandfreie Verbrennung unabhängig von zu starkem Zug, Stau oder Rückstrom im Schornstein. Eine Abgasüberwachungseinrichtung verhindert, dass über die Strömungssicherung zu große Abgasmengen in den Raum austreten können.
Stromerzeugung
Zur Stromerzeugung wurde die Geothermie zum ersten mal in Larderello in der Toskana eingesetzt. 1913 wurde dort von Graf Piero Ginori Conti ein Kraftwerk erbaut, in dem Wasserdampf-betriebene Turbinen 220 kW elektrische Leistung erzeugten. Heute werden dort 400 MW Strom in Italiens Energienetz eingespeist. Unter der Toskana treffen die nordafrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinander, was dazu führt, dass sich Magma relativ dicht unter der Oberfläche befindet. Dieses heiße Magma erhöht hier die Temperatur des Erdreiches soweit, dass eine wirtschaftliche Nutzung der Erdwärme möglich ist.
Bei der hydrothermalen Stromerzeugung sind Wassertemperaturen von mindestens 100 °C notwendig. Hydrothermale Heiß- und Trockendampfvorkommen mit Temperaturen über 150 °C können direkt zum Antreiben einer Turbine genutzt werden. In Deutschland liegen allerdings die üblichen Temperaturen geologischer Warmwasservorkommen niedriger. Lange Zeit wurde Thermalwasser daher ausschließlich zur Wärmeversorgung im Gebäudebereich genutzt. Der neu entwickelte Organic Rankine Cycle (ORC) ermöglicht allerdings eine Nutzung von Temperaturen von bereits 80 °C zur Stromerzeugung. Diese arbeiten mit einem organischen Medium, das bei relativ geringen Temperaturen verdampft. Dieser Dampf treibt über eine Turbine den Stromgenerator an. Eine Alternative zum ORC-Verfahren ist der Kalina-Prozess. Hier werden Zweistoffgemische, so zum Beispiel aus Ammoniak und Wasser als Arbeitsmittel verwendet. Für Anlagen in einem kleineren Leistungsbereich (< 200 kW) sind auch motorische Antriebe wie Stirlingmotoren denkbar. Geothermie ist grundlastfähig.
Die Stromerzeugung aus Geothermie ist traditionell in Ländern, die über Hochenthalpie- Lagerstätten verfügen, in den Temperaturen von mehreren hundert Grad in vergleichsweise geringen Tiefen (< 2000 m) angetroffen werden. Die Lagerstätten können dabei, je nach Druck und Temperatur, Wasser- oder Dampf-dominiert sein. Bei modernen Förderungstechniken werden die ausgekühlten Fluide reinjiziert, so dass praktisch keine negativen Umweltauswirkungen, wie Schwefelgeruch, mehr auftreten.
Strommix
Der Strommix gibt an, aus welchen Quellen die elektrische Energie stammt, die wir aus unseren Steckdosen entnehmen. Möglichkeiten hierfür wären z.B. Atomkraftwerke, Braunkohlekraftwerke, Wasserkraftwerke und natürlich Geothermiekraftwerke. Grundsätzlich können Sie den Strommix Ihres Energieversorgers (EVU) aus Ihrer Stromrechnung entnehmen, seit 2006 ist jedes EVU zur vollständigen Angabe dieser Daten verpflichtet.
Die Stromkennzeichnung wurde von Umwelt- und Verbraucherschützern seit langem gefordert und ihre Einführung begrüßt. Dennoch erfüllen die Daten nicht alle Erwartungen und bieten nicht die bestmögliche Transparenz. Kritisiert wird teilweise, dass in Deutschland die Energieträger in nur drei große Gruppen zusammengefasst und nicht näher aufgeschlüsselt sind. Damit werden beispielsweise gasbefeuerte, hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit alten Braunkohle-Kraftwerken, oder Solaranlagen mit Wasserkraftwerken gleichgestellt. Der Zusatznutzen bei der Wärmegewinnung von KWK-Anlagen wird bei der Berechnung der CO2-Menge nicht berücksichtigt.
Ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt betrifft den Umgang mit Strommengen, die keiner bestimmten Erzeugungsart zugeordnet werden können, z. B. an der Strombörse gekaufte Mengen. Nach den geltenden Regelungen kann diesen Mengen der Gesamtmix der Strombörse oder der Durchschnittsmix für Deutschland zugeordnet werden. Diese Werte können stark vom tatsächlichen Mix abweichen und eröffnen den Stromversorgern die Möglichkeit, die Erzeugungsart von Strom aus unbeliebten Quellen (z. B. Kernenergie) rechnerisch zu verschleiern, indem dieser an der Börse verkauft und direkt zurückgekauft wird. Der in der Stromkennzeichnung angegebene Mix muss somit nicht mit der Zusammensetzung der durch den Stromanbieter betriebenen Kraftwerke übereinstimmen.
Grundsätzlich gibt der Strommix nur näherungsweise wieder, welcher Strom tatsächlich an den Verbraucher geliefert wurde. Da Strom an sich nicht speicherbar ist, müssen zu jedem Zeitpunkt Erzeugung und Verbrauch gleich groß sein. Eine faktisch richtige Stromkennzeichnung würde für alle Zeitpunkte die in den verschiedenen Arten von Kraftwerken momentan erzeugte elektrische Leistung den Verbrauchern entsprechend der geltenden vertraglichen Beziehungen zuschreiben und aufsummieren. Das ist jedoch nicht der Fall:
- Die Herkunft des Spitzenlast-Stroms muss nicht deklariert werden. Stattdessen kann der Anbieter z. B. Strom aus Grundlast-Kraftwerken rechnerisch auf eine Kundengruppe aufteilen. Strom, der etwa als "100 % Wasserkraft" verkauft wird, muss nicht zu jedem Zeitpunkt tatsächlich aus Wasserkraftwerken stammen. Der Strommix sagt nur aus, dass der verbrauchten elektrischen Energie insgesamt, über ein Jahr gesehen, eine entsprechende Erzeugung gegenübersteht (mengengleiche Einspeisung).
- Die Stromanbieter müssen die bezogene Menge von Ausgleichsenergie nicht veröffentlichen. Weder Menge noch Art der Ausgleichsenergie fließen in die Stromkennzeichnung ein.
- Die unvermeidbaren Übertragungsverluste in der Höhe von etwa 5 bis 10 % der eingespeisten elektrischen Energie werden von den Netzbetreibern ersetzt und bleiben im Strommix des Stromlieferanten unberücksichtigt. Z. B. müsste ein Anbieter von 100 % Ökostrom eigentlich 105 bis 110 % Ökostrom ins Netz einspeisen, damit seine Kunden keinen Strom aus konventionellen Kraftwerken konsumieren. Das ist jedoch aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen in der Praxis nicht realisierbar.
Manche Experten konstatieren, dass die Stromkennzeichnung eine Farce sei, da durch Börsenhandel, direkten Kauf bzw. Verkauf an andere Händler und Verkauf an verschiedene Gruppen von Endkunden der Anteil des zugelieferten Stroms seinem Ursprung nicht zugeordnet werden könne bzw. die ausgewiesenen Zahlen hypothetisch seien.
Kritisiert wird auch die Angabe eines Produktmixes, weil dieser dazu führt, dass Großkunden wie Industrie und Staat, denen die Herkunft des Stroms egal ist, billiger "schmutziger" Strom verkauft wird, während der Strom aus umweltfreundlichen Kraftwerken nun gesondert, gegen Aufpreis an sensible Endkunden verkauft wird. Andererseits wären von einer Abschaffung des Produktmixes aber auch Kunden von Ökostrom-Anbietern, die Strom in verschiedenen Preislagen anbieten, negativ betroffen, da ein Kunde aus dem Händlermix, der den Durchschnitt wiedergibt, nicht genau erfahren kann, welche Stromproduktion er mit dem Bezahlen der Rechnung unterstützt. Außerdem wäre zu befürchten, dass ein Verbot des Produktmixes durch die Gründung von eigenständigen Tochtergesellschaften leicht umgangen werden könnte.
Kunden sollen wissen, ob ihr Anbieter z. B. mit dem Handel von Atomstrom Gewinne macht. Die Stromkennzeichnung kann das Verbraucherverhalten auch negativ beeinflussen. Manche Kunden glauben, dass Stromsparen nicht mehr so wichtig ist, wenn sie sich mit 100 % Wasserkraft oder 100 % Ökostrom beliefern lassen. Das ist falsch, denn die meisten Anbieter haben gar nicht genug Erzeugungskapazitäten, um Spitzenlasten zu decken oder sie besitzen überhaupt keine Kraftwerke, die sich dem Verbrauch anpassen können. In diesem Fall kann jeder Mehrverbrauch de facto zum Hochfahren eines konventionellen Kraftwerks führen, obwohl davon nichts im Strommix deklariert wird. Einen Anbieter, der eigens für seine Kunden ökologische Kraftwerke baut, die es sonst nicht gäbe, mit denen er zeitgleich die Strommenge erzeugt, die seine Kunden benötigen, wird man kaum finden, da so ein Anbieter extrem teuer wäre und die gesetzlich garantierten Einspeisetarife für neue Kraftwerke verschenken würde. Aber selbst wenn es so einen Anbieter gäbe, würden auch dessen Kunden mit jeder Stromverschwendung der Umwelt schaden, da die Errichtung jedes Kraftwerks mit einer gewissen Umweltbelastung verbunden ist. Außerdem sind die Möglichkeiten zur ökologischen Stromproduktion begrenzt, sodass nur bei sparsamem Verbrauch die weniger umweltfreundlichen Kraftwerke ersetzt werden können.
Stückholzheizung
Die Stückholzheizung lässt sich auch als alleiniges Heizungssystem betreiben, das wie eine Öl- oder Gasheizung über einen Wasserkreislauf die Wärme an die verschiedenen Wohnräume überträgt. Holzheizungen können überwiegend im Heizraum aufgestellt werden. Es gibt jedoch auch Systeme, die in einen Kachelofen integriert oder im Wohnbereich aufgestellt werden können. Eine richtige Dimensionierung der Holzheizung und des Pufferspeichers für ein Gebäude muss ein Fachmann berechnen.
Superplume
Nach einer Ende der 1980er und Anfang der 1990er veröffentlichten Theorie von Robert Sheridan (Rutgers University) und Roger Larson (University of Rhode Island) haben sich in der Kreidezeit großräumige Superplume-Aktivitäten abgespielt. Das Zentrum der Aktivitäten lag nach dieser Theorie unter dem Westpazifik. Das betroffene Gebiet ist mehrere tausend Kilometer im Durchmesser, ein Zehnfaches der nach gängigen Modellen durch Plumes betroffen Flächen. Aus diesem Grund wurde das Phänomen von Larson Superplume genannt.
Systemwirkungsgrad
Der Systemwirkungsgrad bezeichnet das prozentuale Verhältnis zwischen der gewonnenen und der tatsächlich genutzten Sonnenenergie in einer Solarthermie-Anlage. Je mehr Solarwärme durch Solarspeicher und tatsächlichen Bedarf genutzt werden kann, desto besser ist der Gesamtwirkungsgrad. Umgekehrt bedeutet dies, dass eine zu groß dimensionierte Kollektorfläche den Systemwirkungsgrad verschlechtert: Der solare Deckungsgrad ist in diesem Fall zwar höher, es können jedoch die Wärmeüberschüsse nicht genutzt werden. Die Größen der Kollektoren und des Speichersystems sollten deshalb nach dem tatsächlichen Bedarf ausgelegt werden.
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