Glossar - Begriffe verständlich erklärt
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Merit-Order-Effekt
Der Begriff Merit-Order steht für die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke an der Strombörse, die zur Befriedigung der Stromnachfrage eingesetzt werden müssen. Zunächst erhalten die Kraftwerke mit dem niedrigsten Preis den Zuschlag, dann die mit höheren Preisen, so lange bis die prognostizierte Nachfrage gedeckt ist. Das teuerste Kraftwerk bzw. Stromangebot, das noch benötigt wird, um die Nachfrage zu befriedigen, bestimmt den Strompreis. Für alle zustande gekommenen Lieferverträge gilt dieser einheitliche Preis, unabhängig von den jeweiligen Stromerzeugungskosten. Als Merit-Order-Effekt bezeichnet man die Verdrängung teuer produzierender Kraftwerke durch den Markteintritt anderer Kraftwerke.
Die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz wachsende Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien verdrängt die jeweils teuersten konventionellen Stromangebote und senkt damit den allgemeinen Strompreis an der Börse. Nach dem Erfahrungsbericht des Bundesumweltministeriums zum EEG belief sich der Merit-Order-Effekt im Jahr 2006 auf 5 Milliarden Euro. Das heißt, ohne die Erneuerbaren Energien hätten die deutschen Stromkunden rund 5 Milliarden Euro mehr für konventionellen Strom zahlen müssen, was die durch das EEG verursachten Mehrkosten in Höhe von ca. 3,2 Milliarden Euro deutlich übersteigt
Methan
Methan (auch Methylwasserstoff genannt) ist ein farbloses und geruchloses Gas. Es ist das einfachste Alkan und der einfachste Kohlenwasserstoff überhaupt, die Summenformel lautet CH4, die C–H-Bindungen weisen in die Ecken eines Tetraeders. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas, Biogas, Sumpfgas und ein wichtiger Bestandteil von Holzgas. Nach Kohlenstoffdioxid ist es das bedeutendste von Menschen freigesetzte Treibhausgas, wobei es 20 bis 30 mal wirkungsvoller ist, allerdings in kleineren Mengen in der Atmosphäre vorkommt. Dort reagiert es mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser. Dieser Prozess ist allerdings langsam, die Halbwertszeit wird auf 14 Jahre geschätzt. Methan wird als Heizgas verwendet und dient als Ausgangspunkt für viele andere organische Verbindungen. Methan wird bei biologischen und geologischen Prozessen ständig neu gebildet und freigesetzt.
Mineralöl
Mineralöle kommen als Erdöl im Erdinneren vor und sind Kohlenwasserstoffverbindungen. Die meisten von ihnen gehören chemisch gesehen zu den Alkanen. Die natürlich vorkommenden Rohöle sind allerdings meist verunreinigt und besitzen bis auf wenige Ausnahmen (Erdöl aus Libyen) zum Beispiel einen hohen Schwefelgehalt sowie Beimengungen anderer Verbindungen. Aufgrund ihres chemischen Aufbaus sind diese Mineralöle Ausgangsstoff für viele Verbindungen der organischen Chemie, beispielsweise zur Erstellung von Kunststoffen.
Mineralöle werden vorzugsweise als Energieträger genutzt und in Kraft- und Treibstoff umgeformt (raffiniert). Sie stellen daher einen der wichtigsten Energieträger unserer Zivilisation (zum Beispiel Heizöl, Dieselöl, Schweröl) dar. Weiter werden Mineralöle auch zu Schmierzwecken eingesetzt, das heißt metallische, zueinander bewegte Flächen so auf Abstand zu halten, dass sie nicht in direkten Verschleiß-Kontakt kommen (Motoröl).
Leichtflüchtige, ebenfalls aus Erdöl gewonnene Substanzen (zum Beispiel Benzin, Kerosin) werden nicht zu den Ölen gezählt. So genannte Synthetische Öle basieren auch auf Erdölraffinaten, besitzen eine ganz spezielle Molekülstruktur, die so beim Rohöl nicht vorkommt. Es werden synthetisch hergestellte Kohlenwasserstoffe und Salze zugesetzt. Die Annahme, synthetische Öle würden chemisch hergestellt und enthielten ausschließlich nicht in der Natur vorkommende Substanzen, ist falsch.
Monovalenter Betrieb
Zur Wärmeerzeugung wird bei monovalenter Betriebsweise nur ein Heizsystem bzw. eine Energieart eingesetzt. Dies ist der Fall, wenn ein Wärmeerzeuger den gesamten Wärmebedarf allein decken kann und wenn keine weitere Energieart z. B. Solarthermie zusätzlich eingesetzt wird. Bestimmte Heizsysteme benötigen die Unterstützung durch einen zweiten Wärmeerzeuger, um so als bivalentes System auch bei sehr kalten Außentemperaturen noch für behagliche Raumtemperaturen sorgen zu können. Die meisten Wärmepumpen arbeiten monovalent und benötigen keine zusätzliche Heizung. Werden hingegen zwei Wärmeerzeuger eingesetzt so spricht man auch von bivalentem Betrieb.
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