Entwicklungsgeschichte der Geothermie in Ländern von A - Z
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Österreich
Bereits 1974 machte man sich hier Gedanken über die Nutzung der Geothermalenergie, nachdem bei einer Erdölbohrung plötzlich aus einer Tiefe von 2.900 m Dampf mit einem Druck von 150 Atmosphären herausgeschossen kam.
In den 1980ern bestätigten Infrot-Aufnahmen der NASA in rund 8.000 m Tiefe das Vorhandensein einer gigantischen Dampfblase mit ca. 300°C zwischen Radkersburg und Tullin, St. Pölten und Bratislawa. Andere Quellen sprechen davon, daß es in dieser Tiefe unter Radkersburg sogar eine Lavasee mit 2.000 bis 3.000°C gibt. Mehr als ein geothermisch beheiztes Schwimmbad wurde dort bislang aber noch nicht gebaut.
1998 werden in Altheim (Oberösterreich) Bohrarbeiten zur Vorbereitung einer geothermischen Stromproduktion begonnen.
In Österreich wurde ein Verfahren entwickelt, um die Wärme aus Tunneln mittels eines Transportmediums zu nutzen, welches in eingemauerten Kollektoren zirkuliert. Das Prinzip wurde unter dem Namen TunnelThermie bekannt. Durch die großen, erdberührten Flächen stellt diese relativ junge Technologie ein hohes Nutzungspotenzial besonders in innerstädtischen Tunnelbauwerken dar.
TunnelThermie ist der als Warenzeichen eingetragene Name für die Nutzung von Erd- und Abwärme in Tunnelbauwerken zu Heiz- und Klimatisierungszwecken in betriebszugehörigen Anlagen oder Bauwerken oder auch von anliegenden Wohn- und Betriebsgebäuden. Dabei werden konstruktive Bauteile des Tunnels für die Energiegewinnung herangezogen. Auch die Nutzung warmer, aus dem Berginneren stammenden Tunnelwässer kann als Tunnelthermie bezeichnet werden. Der Name leitet sich aus "Tunnel" und "Geothermie" her, da durch das Tunnelbauwerk im wesentlichen die Erdwärme genutzt wird. Der Begriff wurde erstmals im Jahr 2000 bei den ersten Überlegungen zur Nutzung dieser Energieform in Österreich anlässlich der Planungen zum Bau des Lainzer Tunnel in Wien geprägt. Entwickelt wurde das System durch die ehemalige HL-AG, die Technische Universität Wien, dem Ingenieurbüro iC consulenten sowie der zu den Wiener Stadtwerken gehörenden Energiecomfort.
Im Sommer 2004 wird das ‚enercret’-System der Vorarlberger Firma Nägele Energie- und Haustechnik, bei dem bestehende Gebäudeteile als Wärmetauscher verwendet werden, beim Ausbau der U-Bahn in Wien eingesetzt. Die Wiener Linien betreiben künftig vier Stationen der neuen U2 mit Erdwärme, wobei rund drei Viertel der zum Heizen und Kühlen benötigten Energie dem Erdreich entzogen werden.
Die Mehrfachnutzung der erdberührenden Beton-Bauteile erfolgt, indem die statisch ohnehin notwendigen Pfähle, Schlitzwände und Bodenplatten mit Absorberleitungen belegt werden, die entweder in die Armierung oder in die Sauberkeitsschicht eingebracht werden. So werden diese großflächigen Betonbauteile zu Erdwärmetauschern, ohne zusätzliche Eingriffe in die Natur notwendig zu machen. Nägele Energie- und Haustechnik hat mit dieser Technologie europaweit bereits mehr als 250 öffentliche und private Objekte realisiert, darunter das Kunsthaus Bregenz, die STRABAG Konzernzentrale in Wien und den Skyper Büroturm in Frankfurt.
In Wien erhält im Oktober 2004 ein Pilotprojekt zur Tunnelthermie einen Anerkennungspreis im Rahmen des Wettbewerbs ‚Energieprofi 2004’. Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, daß die großen mit der Erde in Berührung stehenden Tunnelwände eine ideale Möglichkeit für die Erdwärmegewinnung bilden. Die Bauteile des Tunnels, die man ja ohnehin herstellen muß, werden als Absorberbauteile herangezogen und von vorn herein mit Rohrleitungen ausgerüstet, während die Bohrpfähle der Tunnelwand genützt werden, um mittels Absorberleitungen, in denen eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert, dem Erdreich die Wärme zu entziehen. Die Wärme aus dem Lainzer Tunnel wird via Wärmepumpe auf Nutztemperaturhöhe (ca. 45°C) gebracht und zur Beheizung der Sportmittelschule Hadersdorf genutzt.
Oman
keine Daten vorhanden
Ostafrika
08.09.06: Geothermischer Strom für Ostafrika: Das GEOTHERM-Programm - Mehr Energie von unten
Ein tiefer Graben zieht sich durch Ostafrika. Er liefert der Erdwärme bemerkenswert günstige geologische Rahmenbedingungen. Bislang nutzt nur Kenia, als ein einziges Land in der Region, dieses Potenzial für geothermische Kraftwerke. Das aber mit großem Erfolg. Seit 2003 gibt es das GEOTHERM-Programm. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover weltweit Länder bei der Erschließung geothermischer Energie. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in Ostafrika. Man kooperiert mit den Staaten entlang des Ostafrikanischen Grabens, sammelt Informationen und erarbeitet für Länder wie Eritrea, Kenia, Uganda, Tansania oder Äthiopien umfassende Überblicke und viele Details zur realistischen Einschätzung ihrer geothermischen Potenziale. Die Länder brauchen diese Energiequelle: Die Ölpreise haben längst kritische Marken erreicht, der Klimawandel bereitet anderen heimischen Ressourcen zunehmend Probleme. In den früheren Jahren galt die Wasserkraft als zuverlässiger Energielieferant. Die verstärkt auftretenden Trockenperioden haben das geändert und man ist händeringend auf der Suche nach Alternativen, um die Versorgung stabilisieren und den wachsenden Bedarf decken zu können. Die Staaten unternehmen derzeit große Anstrengungen, den Weg für weitere erneuerbare Energien zu ebnen. Deswegen besteht jetzt die historische Chance, den bisher nur in Kenia geschafften Durchbruch der Geothermie auch in die Nachbarländer zu tragen.
Quelle: Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.
Chronologie: Für Ost-Afrika sind 1.000 MW geothermische Energie zwar eine Herausforderung aber ein machbares Ziel. Das war das Ergebnis einer Konferenz Mitte 2003 im Hauptquartier der UN-Umwelt-Organisation UNEP in Nairobi, Kenia. Die vom ehemaligen Bundesumweltminister Prof. Klaus Töpfer (CDU) geleitete Behörde geht von einem geothermischen Potential von rund 7.000 MW aus Dampf- und Heißwasserlagerstätten in der Region aus.
Kenia ist derzeit das einzige ostafrikanische Land, in der die Nutzung geothermischer Energie erkennbar vorangetrieben wird. Derzeit sind 45 MW am Netz, die seit ihrer Inbetriebnahme vor 22 Jahren mit einer Verfügbarkeit von 97 % gearbeitet haben. Weitere 34 MW werden im Laufe des Jahres 2003 in Betrieb genommen. Zusätzliche 12 MW werden durch einen unabhängigen Energieproduzenten bereitgestellt, der seine Kapazitäten ebenfalls ausbauen möchte.
Die Ugandische Regierung kündigte an, 2 Mio. US $ für eine Initiative zur Entwicklung erneuerbarer Energien einzusetzen. Geothermie steht dabei an oberster Stelle. Die Regierung wird dabei von der Afrikanischen Entwicklungsbank unterstützt.
Osttimor
siehe Timor-Leste
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