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Stoltenberg Energie GmbH

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Entwicklungsgeschichte der Geothermie in Ländern von A - Z

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Indien

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Indonesien

08.12.08: Indonesische Regierung schreibt Kraftwerksprojekte aus

Die Energiekrise in dem südostasiatischen Inselstaat ist evident. Eine der Maßnahmen, die Versorgungskapazitäten zu erweitern, ist ein ehrgeiziges Ausbauprogramm für geothermische Kraftwerke. Vor wenigen Tagen hat die Regierung nun die Standorte Ngebel und Ijen in der javanischen Provinz Java Timur zur Versteigerung ausgeschrieben. Die Gesamtkapazität für beide Plätze wird mit 400 MW veranschlagt. In derselben Provinz stehen noch neun weitere Standorte mit insgesamt rund 580 MW installierbarer Leistung für Versteigerungen zu späteren Zeitpunkten an.

Quelle: Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.

Chronologie: Der Indonesische Archipel gilt als eines der weltgrößten Geothermiereservoirs mit einem Potential von 21 GW, also mehr als ausreichend für die 220 Mio. Einwohner (Stand 2006). Die ersten Versuche hatten holländische Ingenieure hier bereits 1926 durchgeführt. Pro Bohrloch im Gebiet der Guntur-Vulkangruppe errechnete man damals eine Leistung von 900 kW.

Schon früh führt die US-Firma Chevron erste Untersuchungen durch. Auf dem Geothermischen Weltkongresses 2005 in Antalya gibt das indonesische Energieministerium bekannt, daß das Land zukünftig verstärkt auf Erdwärme setzen will. Es werden zahlreiche Vorhaben in Angriff genommen und im September 2006 wird beschlossen, daß in Sarulla, Nord-Sumatra für rund 470 Mio. € nun das weltweit größte Geothermie-Kraftwerk mit einer Leistung von rund 340 MW entstehen soll.

Errichtet wird die Anlage von einem Konsortium aus der PT Medco Energi Internasional, dem wichtigsten privaten Unternehmen auf Indonesiens Erdöl- und Erdgasmarkt, die Itochu Gruppe, eines der bedeutendsten japanischen Handelshäuser, sowie der israelisch-amerikanischen Ormat, inzwischen Weltmarktführerin beim Bau geothermischer Kraftwerke. Das Projekt wird in drei Phasen von je 110 – 120 MW umgesetzt, wobei die erste Kraftwerkseinheit nach 30 Monaten, und die letzte nach 48 Monaten den Betrieb aufnehmen und ihren Strom in das Netz von Nord-Sumatra und Aceh einspeisen. Die Betreiber rechnen mit Stromerlösen von 86 Mio. € im Jahr.

2006 werden aus der Geothermie insgesamt bereits 800 MW Strom erzeugt.

Die Medco-Tochter PT Apexindo Pramata Duta führt zudem in West-Java Bohrarbeiten an einem weiteren neuen privaten Kraftwerk durch, in Wayang Windu, Pengalengan. Und der staatliche Erdöl- und Erdgaskonzern Pertamina kündigt Ende Juli die Aufnahme von Bohrarbeiten an insgesamt 9 Standorten, darunter in Kamojang in West Java, Ulubelu auf Sumatra und Lahendong in Nord Sulawesi an.

Insel Man

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Irak

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Iran

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Irland

Die Untergrundtemperaturen Irlands sind gut bekannt. Aus 81 Bohrlöchern wurden diese bis zu einer Tiefe von 2500 m ausgewertet. Demnach nehmen die Temperaturen in 500 m Tiefe von 18°C im Süden bis auf 30°C im Norden zu. In 1000 m Tiefe bereits von 20°C auf 60°C und in 2500 m Tiefe von 30ºC bis 95ºC. Dies lässt auf eine potentielle Nutzung der Geothermie insbesondere in Nordirland schließen.

Island

In der Hauptstadt Reykjavik wird die Erdwärme schon seit längerem zu Heizzwecken genutzt. Schon 1928 wurde dort systematisch mit Bohrungen nach natürlichem Heißwasser begonnen, und ab 1930 begann man mit dem Ausbau der Fernwärmeversorgung der Stadt. Man schätzt, daß die Wärmereserven erst in mehreren zehntausend Jahren aufgebraucht sein werden. 1990 verbrauchen die Isländer pro Kopf etwa 17.500 kWh Geothermalenergie. 1991 gehört zum ordentlichen Eigenheim auch die Heizung unter der Einfahrt und dem Fußweg dazu – man müsste ja sonst Schnee schippen. Zu dieser Zeit gibt es in Island ein 15-MW-Kraftwerk und insgesamt 100.000 qm geobeheizte Gewächshäuser (1996: 175.000 qm).

Die Lava des 1973 erfolgten Vulkanausbruches auf der Insel Heimaey soll für mindestens zehn bis zwanzig Jahre in der Hafenstadt Westmannaeyjar zu Heizzwecken genutzt werden (Stand 1980). Bohrungen bis zu einer Tiefe von 2.000 m erbringen bis zu 140°C heißes Wasser.

1984 werden auf Island bereits 50 % aller Wohnungen geothermal beheizt! Als langfristiges Ziel werden sogar 75 bis 89 % angepeilt. 1986 entsteht am Hengil-Vulkan das Kraftwerk Nesjavellir, das 150 MW Wärme erzeugt, aber schon für 400 MW ausgelegt ist. In Zukunft könnten außerdem noch 80 MW Strom produziert werden.

1992 verhandelt man mit Holland darüber, zwischen 2005 und 2020 gemeinsam mehrere geothermische Kraftwerke im 1.000- MW-Bereich zu erstellen, deren Elektrizität mit Hilfe unterseeischen Stromkabeln in die Niederlande verfrachtet werden soll.

1996 beliefert der kommunale Fernwärmeversorger Hitaveita Reykjavíkur 99,7 % der Bevölkerung der Hauptstadt und ihren sechs Nachbargemeinden mit ca. 75°C heißem Wasser für Heizkörper und Bäder. 56 Bohrungen, 640 MW installierte Wärmeleistung und 1.211 km Fernwärmeleitung bilden ein weltweit einmaliges System. Dazu gehören auch 250.000 qm Bürgersteige und Parkplätze, unter denen Rohrleitungen mit 35°C warmem Wasser verlaufen und im Winter für eine angenehme Schnee- und Eisfreiheit sorgen. Insgesamt sind in Island zu diesem Zeitpunkt 1.450 MW geothermischer Wärmeleistung und 50 MW elektrischer Leistung installiert – nur rund 1,5 % der erschließbaren Vorkommen. Der Grund hierfür liegt im Überangebot an Energie: Der isländische Strombedarf wird zu 95 % aus Wasserkraftwerken gedeckt.

1999 wird die ‚Icelandic Hydrogen an Fuel Cell Company’ gegründet, an der DaimlerChrysler, der Ölmulti Shell und der norwegische Mischkonzern Norsk Hydro beteiligt sind. Mittels dem durch hydro- und geothermale Energiequellen erzeugten Wasserstoff soll Island das erste Land der Welt werden, das komplett auf einer Wasserstoffwirtschaft aufbaut (s.d.).

Im Jahr 2004 startet das Iceland Deep Drilling Project (IDDP), das sich 5 km tief unter die Erdoberfläche graben will, um dort an die Energie des Magmas zu gelangen. Die Bohrarbeiten selbst beginnen Anfang 2005: Erst 2,5 km tief, dann im Jahr darauf hinunter auf 4 km, und der endgültige Tiefpunkt soll 2007 erreicht werden. In dieser Tiefe wollen die Geologen auf 400° bis 600°C heißes Wasser stoßen, das sich durch die direkt darunter liegende Magmaschicht in eine superkritische Flüssigkeit verwandelt hat. Das bedeutet, daß sie über die Eigenschaften sowohl von Flüssigkeit als auch von Gas verfügt und voller gelöster Mineralien sowie Metalle ist. Diese höchst interessante Materieform verspricht eine extrem hohe Energieausbeute und könnte gleichzeitig eine echte ‚Goldmine’ sein, falls es gelingt, seltene Stoffe aus ihr heraus zu filtern.

Zu diesem Zeitpunkt heizen bereits 90 % der Einwohner Islands ihre Häuser und Wohnungen mit geothermischer Energie.

Israel und die Palästinensischen Gebiete

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Italien

03.12.08: ENEL investiert in Lateinamerika – zumeist in Geothermie

Es geht um 1.09 Mrd. Euro, die Italiens größter Energieversorger bis 2012 in Zentral- und Südamerika investieren möchte. Das verkündeten die Italiener am Wochenende während einer geothermischen Konferenz in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Derzeit hat man im Kraftwerke in Chile El Salvador und Nicaragua in der Planung oder im Bau. In Costa Rica, Guatemala und wiederum Chile geht es um die Wasserkraft, Windparks werden in Brasilien und Mexiko errichtet. In Chile arbeitet man geothermisch mit der staatlichen Ölgesellschaft ENAP über die gemeinsame Tochter Empresa Nacional de Geotermia (ENG) zusammen, ein Engagement, das anscheinend noch ausgebaut werden soll. Derzeit geht es um zwei Konzessionsgebiete, eines, Tatio 1, in der Nähe von Antofagasta im Norden, und bei Chillán im Zentrum des Landes. Diese Vorhaben sind getrennt von gleichartigen Aktivitäten des spanischen Energieversorers Endesa zu sehen, an dem die Enel 70% der Anteile hält.

Quelle: Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.

Chronologie: Im späten 18. Jahrhundert analysierten Chemiker erstmals die heißen Flüssigkeiten aus dem Erdinnern und stellten viele verschiedene Chemikalien fest. Die damals entstandene Chemieanlage zur Gewinnung von Borsäure wurde konsequenterweise auch mit Geothermalenergie betrieben. 

Die erste Bohrung erfolgte 1904 in Larderello, in der Toskana südlich von Florenz, die erzielte Energie wurde für eine Erdwärmeheizung genutzt. 1905 wurde dann eine erste 25 kW Anlage in Betrieb genommen, bis die Dampfmaschine ihren Geist aufgab, da sie aufgrund der gelösten Salze innen völlig zerfressen war.

1916 wurden bereits 12 MW Strom erzeugt - inzwischen jedoch über korrosionsbeständige Wärmetauscher. Der erzeugte Strom geht über Fernleitungen in die Städte Volterra, Siena, Livorno, Cecina und Florenz, wo er u.a. auch die Straßenbahn versorgt.

Am 26. März 1931 wird ein besonders leistungsstarker 'Sifffioni' erbohrt. In etwa 360 m Tiefe durchstößt die Bohrsonde die Decke eines unterirdischen Kessels, worauf aus dem Bohrloch ein mit Wasser, Schlamm und Steinen beladener Dampfstrahl von 300 m Höhe hervorschß, dessen ohrenbetäubendes Heulen noch in 50 km Entfernung zu hören war!

Im Jahre 1940 werden bereits 126,8 MW aus geothermischen Quellen gewonnen.

In Larderello und am Monte Amiata (Toscana) werden 1973 fast 390 MW produziert, 1975 sind es bereits 417 MW, und Mitte der 1980er sogar schon 455 MW. In Italien fahren inzwischen fast alle Staatsbahnen mit ‚Geo-Strom’.

Die Lage dort bildet insofern eine extreme Ausnahme, da der dem Erdinnern entströmende Dampf oftmals trocken und sauber ist, was sonst nicht der Fall ist. Der Dampf schießt mit 35 Atmosphären Druck und einer Austrittsgeschwindigkeit von 120 – 470 m/s aufwärts, er erreicht Temperaturen zwischen 140 und 240°C.

Aus Italien wird übrigens auch von einer mehr als 100 km langen Warmwasserleitung berichtet, die seit 1969 ununterbrochen in Betrieb ist, und die dank ihrer guten Isolation einen thermischen Wirkungsgrad von 98,5 % aufweist.

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Geothermie-Atlas - Alle Standorte auf einen Blick

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Günter Grass nutzt Erdwärme von Stoltenberg Energie


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