Entwicklungsgeschichte der Geothermie in Ländern von A - Z
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Chile
03.12.08: Chile: Neues Gesetz für einfacheren Zugang zu geothermischen Ressourcen
Jahrzehnte lief nichts. Inzwischen werden die zuständigen Behörden mit einer wahren Lawine von Anträgen zur Nutzung geothermischer Energie konfrontiert. Die superliberale Wirtschaftpolitik des südamerikanischen Landes hatte die Entwicklung Erneuerbarer Energien in der Vergangenheit behindert und die Abhängigkeit von Energieimporten, vor allem von Gas aus Argentinien, konsequent erhöht. Teils mit fatalen Folgen für die heimische Wirtschaft. Jede Krise im Nachbarland, die Auswirkungen auf die Erdgasförderung hatte, schlug sich prompt auch in Chile nieder, die starken Anstiege der Gaspreise in den vergangenen Jahren genauso. Dabei verfügt das Land über große eigene Energieressourcen, die bislang kaum genutzt wurden.
Inzwischen hat sich der politische Wind ein wenig gedreht und man sieht sich nach dem um, was man hat. Zum Beispiel reihen sich 10% der weltweit aktiven Vulkane entlang der chilenischen Andenkette auf. Die geothermischen Ressourcen werden auf 3.5 bis 20 GW geschätzt, mehr Energie als das Land selbst benötigt. Und deren Erschließung beginnt konkurrenzfähig zu werden.
Die chilenische Energiekomission und das Bergbauministerium verkündeten daher am Montag eine neue Gesetzesinitiative, die den Zugang von Interessenten zu den benötigten Konzessionen zwar erleichtern, andererseits dazu beitragen soll, Spreu von Weizen zu trennen. Energieminister Marcelo Tokman bemängelte nämlich, daas in der Antragslawine oft nicht erkennbar sei, ob es sich um einen ernsthaften Interessenten handele oder spekulative Gründe die Hauptrolle spielten. Das Antragsverfahren wird nun vereinfacht, der Zeitaufwand dürfte sich nach Ansicht des Mininisteriums um rund 40% reduzieren. Die staatliche Entwicklungsagentur Corfo soll sich zudem an den geologischen Risiken der Exploration beteiligen.
Im Gegenzug werden von den Konzessionsinhabern Investitionen gefordert. Man kann ein Erlaubnisfeld nicht mehr erhalten und es dann einfach ungenutzt liegenlassen. Sollte zudem ein Unternehmen, das eine Konzession erhalten hat, unterwegs aufgeben, müssen alle bis dahin gewonnenen Erkenntnisse und Daten den Behörden übergeben werden, damit diese nachfolgenden Interessenten zur Verfügung gestellt werden können.
Bereits am 15. November hatte das Bergbauministerium die beiden Konzessionsgebiete Puculdiza Sur 1 und 2 in Nordchile ausgeschrieben. Gebote können noch bis zum 31.03.2009 abgegeben werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, in der nächsten Zeit weitere sieben Gebiete anzubieten.
Quelle: Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.
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