Direkt zur Navigation

Direkt zum Inhalt

Stoltenberg Energie GmbH

Ihr Spezialist für Erdwärme und Wärmepumpen

Große Mühlenstraße 45
24217 Schönberg

Telefon: +49 (0)4344.41 10-0
Telefax: +49 (0)4344.41 10-20

URI: http://www.stoltenberg-energie.de

Titelfoto

Planung einer Wärmepumpe mit Erdsonden

Übersicht

>> Bemessung von Erdwärmesonden

>> Einbringen von Erdwärmesonden

>> Montage von Erdwärmesonden

>> Neueste Beiträge und Fragen zum Thema

Bemessung von Erdwärmesonden

Zur Bemessung, zum Einbringen und der Montage von Erdsonden finden sich detaillierte Vorgaben in der VDI 4640. Grundsätzlich ist für einen Betrieb von Wärmepumpen mir Erdsonden die Kälteentzugs- bzw. Verdampferleistung ausschlaggebend. Die spezifischen Entzugsleistungen der Bodenarten, die die Entzugsleistung der Erdwärmesonde maßgeblich beeinflussen, sind heute oftmals im Internet auf den Präsenzen der geologischen Landesämter veröffentlicht. Häufig besitzen aber auch die ansässigen Bohrfirmen hinreichende Kenntnisse über die lokalen geologischen Gegebenheiten. Sind die genannten Daten bekannt, so lässt sich die Erdsondenlänge aus folgendem Zusammenhang bestimmen:

Erdsondenlänge = Kälteentzugsleistung in W / Entzugsleistung in W/m

Bei größeren Heizanlagen mit Wärmepumpenheizleistungen über 50 kW oder einer zusätzlichen Nutzung wie z. B. Kühlung sollte eine genaue Berechnung der Leistung der Erdsonde durchgeführt werden. Dazu ist als Grundlage der Gebäudewärme- und kältebedarf z. B. durch ein Simulationsprogramm zu ermitteln. Zur Dimensionierung der Erdsondenkonfiguration sollte bei unklarer geologischer und hydrogeologischer Situation eine Probebohrung durchgeführt werden. Diese Bohrung kann dann mittels eines Thermal Response Tests geophysikalisch vermessen werden. Auf Grundlage der so ermittelten Kälteentzugsleistung kann ebenfalls über ein Simulationsprogramm die mögliche Jahresentzugsleistung auf eine zu bestimmende Anlagenlaufzeit errechnet werden.

[nach oben]

Einbringen von Erdwärmesonden

Die Erdsondenbohrung sollte einen Mindestabstand zum Gebäude von 2 m aufweisen, da Gebäude nicht in ihrer Standfestigkeit beeinträchtigt werden dürfen. Bei der Einbringung mehrerer Erdwärmesonden sollte ein Abstand bei Sondenlängen von unter 50 Metern mindestens 5 Meter und bei Erdsondenlängen von über 50 Metern mindestens 6 Meter betragen. Die regionalen Vorschriften sind jedoch vorher zu prüfen, da diese oftmals voneinander abweichen. Bei Erdwärmesonden, die auch zur Kühlung eingesetzt werden, sollte die Anordnung möglichst offen gestaltet werden, um eine gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden. In beiden Fällen sollte auch die Grundwasserströmungsrichtung Beachtung finden, da Kältefahnen die Entzugsleistungen anderer Erdsonden beeinträchtigen können. Der Abstand zu anderen Versorgungsleitungen sollte 70 cm betragen. Sollte dieser Abstand unterschritten werden, müssen die Leitungen mit ausreichender Isolierung geschützt werden.

Um das Einbringen der Sonde zu erleichtern, wird bei feuchten oder auch wassergefüllten Bohrlöchen empfohlen, die Erdsonden vorher mit Wasser zu befüllen. Dazu kann ein Sondengewicht und eine Einschubhilfe das Einbringen der Erdsonde zusätzlich erleichtert. Bei trockenen Bohrlöchern ist die Sonde spätestens vor dem Verpressen des Bohrlochs mit Wasser zu füllen, um ein Aufschwimmen zu verhindern. Das Befüllen der Erdsonden mit Wasser vermindert grundsätzlich den Biegewiderstand der Sonden. Dann wird das Verfüllrohr zusammen mit der Erdsonde in das Bohrloch geschoben. Bei größeren Tiefen kann ein weiteres Verfüllrohr nötig werden um ein gleichmäßiges Verfüllen mit z. B. Bentonit sicherzustellen.

In aller Regel wird die Sonde über eine Abrollvorrichtung, die an dem Bohrgerät befestigt ist, in das Bohrloch geschoben. Die Sonde kann aber auch vor dem Einbringen ausgerollt werden und über eine Schlaufe, die am Bohrgerät befestigt wird, in das Bohrloch geschoben werden. Durch das Ausrollen wird die Restkrümmung der Sondenrohre wiederum etwas verringert. Zu beachten bleibt, dass ausgerollte Rohre beim Ziehen über den Boden durch Kerben, Riefen, etc. beschädigt werden könnten und die Lebensdauer der Rohre erheblich reduzieren.

Die Verpressung der Erdsonden hat der VDI 4640 Teil 2 zu entsprechen. Diese stellt sicher, dass eine dauerhafte physikalisch und chemisch stabile Einbindung der Erdsonde an das umgebende Erdreich sicher gestellt ist und keine Lufteinschlüsse oder Hohlräume den Wärmeübergang behindern. Nur bei ordnungsgemäßer Durchführung der Verpressung des Bohrlochringraumes mit den dazu vorgesehenen Baustoffen kann die Funktionsfähigkeit insbesondere von tieferen Sonden gewährleistet werden. Da der Wärmeübergang auch durch das dem Schichtaufbau entsprechende wieder einbringen des Bohrguts gewährleistet wäre, muss davon trotzdem abgeraten werden, da Grundwasserstockwerke nicht sicher voneinander hydraulisch wieder abgegrenzt werden könnten .

Nachdem die Erdsonde eingebracht und der Ringraum verfüllt wurde, wird eine Durchfluss- und Druckprüfung durchgeführt. Die Funktionsprüfung an der mit Wasser gefüllten Sonde und Druckprüfung wird mit mindestens 6 bar 30 bis 60 Minuten getestet. Dabei wird ein Druckabfall von maximal 0,2 bar toleriert.

Wird die Erdsonde zunächst nicht genutzt, so ist bei Frostgefahr die Erdsonde bis 2 Meter unter Geländeoberkante zu entleeren. Dies kann z. B. durch einen aufgeschlossenen Druckluftanschluss, der auf der anderen Seite das Wasser herausdrückt. Wird dann der Druck weggenommen, so pendelt sich die Wassersäule in der Erdsonde auf dem um das Wasservolumen reduzierten Pegelstand ein. Bis zum Anschluss müssen die Sondenrohre dicht verschlossen sein.

Die Erdwärmesonden sollten in parallel geschalteten Kreisen zum Verteiler geführt werden. Der Verteiler sollte dabei an der höchsten Stelle installiert werden und um eine Entgasungseinrichtung ergänzt werden. Die Verteiler können dann mit Durchflussmesser zur Einregulierung der Sonden ausgestattet werden. Vor Inbetriebnahme des Gesamtsystems ist eine Druckprüfung mit dem 1,5-fachen Betriebsdruck durchzuführen und eine gleichmäßige Durchströmung aller Sonden sicher zu stellen.

[nach oben]

Montage von Erdwärmesonden

Schritt 1: Die Erdsonden sollten vor dem Auslegen zunächst auf Beschädigungen kontrolliert werden. Dann wird die Erdsonde auf die Abrollvorrichtung gebracht oder ausgelegt. Bei Bedarf kann ein Sondengewicht oder eine Einschubhilfe am Sondenfuß befestigt werden.

Schritt 2: Dann erfolgt die Befüllung der Sonde mit Wasser, damit diese nicht aufschwimmt, und wird mit dem Verfüllrohr in das Bohrloch eingesetzt. Die Erdsonde und das Verfüllrohr werden komplett in das Bohrloch abgelassen.

Schritt 3: Darauf folgt die Druck- und Durchflussprüfung der mit Wasser gefüllten Sonde und die vollständige Verfüllung des Ringraumes des Bohrlochs. Abschließend folgt die Endprüfung der mit Wasser gefüllten Erdwärmesonde mit mindestens 6 bar.

Schritt 4: Die Erdsonden werden mit den Anschlussleitungen verbunden. Der Anschluss der Leitungen an den Verteiler erfolgt am höchsten Punkt der Anlage. Dann werden die Erdsonden mit dem vorher an- und durchgemischten Wärmeträgermedium befüllt. Darauf folgt das Durchspülen der Rohrleitungen über einem offenen Gefäß, bis diese luftfrei sind. Nach einer abschließenden Druckprobe des Gesamtsystems mit 1,5-fachem Betriebsdruck ist das Gewerk Erdsonde und somit der Erdwärmetauscher Einsatz bereit.

[nach oben]

Hier finden Sie weitere Informationen zu Erdwärmegewinnung

>> Erdwärme aus Flächenkollektoren

>> Erdwärme aus Grundwasser

>> Erdwärmespeicher

>> Weitere Formen der Erdwärmenutzung

Neueste Beiträge und Fragen zum Thema

Möchten Sie eine Frage, einen Kommentar oder einen Erfahrungsbericht diesem Thema anfügen? Wir freuen uns auch über Fotos Ihres Projekts!

Habe vier Erdsonden (a 60 m), Anlage ist 6 Jahre im Betrieb, 11 kW. Seit drei Tagen steigt im Bereich einer Sonde Wasser mit öligem Schleier aus dem Boden. Ist das auf die starken Regenfälle der letzten Wochen zurückzuführen oder ist da ein anderes Problem die Ursache, unsachgemäße Verpressung des Bohrlochs? Erdreich ist Sand, Lehm und Ton haltig. Komme aus Rostock, Mecklenburg Vorpommern.

Wir können Ihnen natürlich nicht genau sagen, auf welcher Ursache der Austritt an den Sonden beruht. Es wäre denkbar, dass durch die Regenfälle und einen gestiegenen Grundwasserspiegel diese Austritte hervorgerufen werden. Es liegt aber auch der Verdacht nahe, dass die Verpressung der Sonden (Ringraum zwischen Sonde und Erdreich) unter Umständen nicht nach heute gängigem Standard durchgeführt wurde. Vielleicht wurde Kies verwendet, der dann natürlich wasserdurchlässig ist. An einer den gängigen Richtlinien entsprechenden Verpressung wird manchmal gespart.

Wir kommen aus Südhessen (Langen) und möchten die Geothermie nutzen. Problem das wir haben ist das unsere Stadt im Wasserschutzgebiet der Zonen III, IIIA und IIIB liegt. Die oberen und unteren Grundwasserleitern liegen bei ca. 30 m und ca. 130 m. (laut Stadtwerke Langen). Gibt es trotzdem eine Tiefenbohrung Technik die jenseits der 130 m liegt und dabai das Grundwasser nicht verunreinigt? Für Flächenkollektoren haben wir leider kein Platz.

So wie Sie das Problem schildern wird eine Erdsondenbohrung vermutlich keine Aussicht auf Genehmigungsfähigkeit haben. Das Problem ist dabei, dass eine Bohrung grundsätzlich nicht durch einen Trinkwasserleiter gebohrt werden darf. Auch wenn eine Verunreinigung des Trinkwasserleiters relativ unwahrscheinlich ist, kann es durchaus vorkommen, dass durch unsachgemäße Verpressung der Erdsonde in unterschiedlichen Tiefen gelegene Grundwasserleiter durch die Bohrung miteinander verbunden werden könnten. Wasser könnte dann an der Bohrung herab in den darunterliegenden Trinkwasserleiter fließen. Es bliebe Ihnen vermutlich nur die Möglichkeit zu prüfen, ob ein Flächenkollektor, Spiralsonden oder Körbe infrage kommen. Vielleicht ist auch eine bivalente Lösung von Interesse. Dann würde der Erdwärmetauscher kleiner ausfallen. Interessant ist auch ein Eisspeicher mit Solarwärme.

Gibt es eine konkrete Festlegung über den Mindestabstande von Hochstammpflanzungen?

Sofern ich das richtig verstehe meinen Sie einen vorgeschriebenen Abstand eines Erdwärmetauschers zu einer Pflanze, Baum etc.? Vorschriften gibt es hier keine, man sollte jedoch Bäume nicht auf Flächenkollektoren oder zu nah an Erdsonden heranpflanzen und alles vermeiden, was großflächig einen Flächenkollektor beschattet oder oberflächennahe Grundwasserströme oder den Regeneintrag beeinträchtigt.

Meine Wärmepumpe wird jährlich einmal überprüft. Nunmehr wurde nachgefragt, ob Sole mitgebracht werden soll. Die Anlage wurde vor 4 Jahren eingebaut (Neubau). 2 Tiefenborungen à 40 Meter versorgen die Waterkotte AI1 5006.4. Was ist der Hintergrund dieses Angebots? Ich ging immer davon aus, dass die Anlage grundsätzlich "wartungsfrei" ist!?

Die Kontrolle des Soledrucks ist eine der ganz wenigen Tätigkeiten, die der Betrieb einer Erdwärmeheizung erfordert. Vielfach ist in den ersten Jahren nach der Inbetriebnahme einer Erdwärmeheizung, ein Abfall des Soledrucks zu beobachten. Dann muss Sole nachgefüllt werden. Das liegt meistens daran, dass erst im Betrieb die Sonden oder der Flächenkollektor vollständig durchspült werden und somit weitere Sole nachgefüllt werden muss. Der Hinweis Ihrer Wartungsfirma auf einen möglichen Solebedarf ist in jeder Hinsicht positiv zu bewerten.

Hallo, wir planen, eine Sole/Wasser Wärmepumpe in unserem Neubau zu installieren. Welche Nebenkosten kommen auf einen zu und was für Anträge muss ich oder die Firma stellen, um so eine Anlage genehmigt zu bekommen?

Im Vergleich verschiedener Heizungssysteme müsste Ihre Frage eher lauten: Welche Nebenkosten kommen im Falle der Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe nicht auf Sie zu. Die Wärmepumpe braucht zum Beispiel keinen Schornstein und somit auch keine Schornsteinreinigung. Da die Wärmepumpe auf einem Kühlmittelkreislauf ohne Verbrennungsemissionen beruht, ist zudem keine Abgasmessung durch den Schornsteinfeger notwendig. Zudem benötigt der Betrieb einer Wärmepumpe in aller Regel keine zur fossilen Heizwärmeversorgung vergleichbare Wartung der Anlage. Man kann eher sagen: Wenn eine fachmännisch geplante und eingestellte Anlage einmal läuft, dann funktioniert diese störungsfrei über viele Jahre.

Zur Genehmigung einer Wärmepumpe ist keine Antragsstellung notwendig. Dies ist nur für den Erdwärmetauscher (Erdsondenbohrung) notwendig. Hier wird zwischen Anzeige- und Genehmigungspflicht unterschieden. Welches Verfahren für Ihren Standort anzustrengen ist, erfahren Sie in aller Regel bei der für Sie zuständigen Unteren Wasserbehörde.

Guten Morgen, wir haben drei Erdbohrungen in der Nordwestecke unseres Gartens (Neubau), in der wir eigentlich Bäume pflanzen wollten. Was gilt es zu beachten? Könnten die Wurzeln die Erdbohrungen beschädigen? In welchem Abstand zur Bohrung können Bäume gepflanzt werden? Sollte man nur Tiefwurzler pflanzen oder wären auch Flächenwurzler möglich?

Bäume auf oder in nächster Nähe zu Erdsondenbohrungen zu pflanzen, sollten Sie vermeiden. Hier könnte es langfristig durchaus zu Beeinträchtigungen kommen. Alle anderen Pflanzen können getrost gepflanzt werden, da weder das Wurzelwerk selbst, noch das durch sie entzogene Wasser noch eine gewisse Abschattung die Leistung der Erdsonde beeinflussen.

Unser Grundstück liegt außerhalb der geologisch erfassten Gebiete. Man wusste also nicht genau was unter unserem Grundstück ist. Es wurde 2x 60 Meter geplant. Bei der ersten Bohrung wurde nach 30 Metern Wasser angetroffen. Wurde allerdings weiter gebohrt bis 60 Meter. Das 2. Loch wurde jetzt nach 30 Meter wieder Wasser angetroffen. Angeblich so viel, dass nicht weitergebohrt wurde. Wird Die Sonde da jetzt dann ins Wasser gelegt? Wie ist das energetisch?

Grundsätzlich ist es so, dass ein feuchter Boden tendenziell bessere Entzugsleistungsbedingungen bietet als ein trockener Boden dies zu leisten im Stande ist. Energetisch gesehen, ist dies also für Sie von Vorteil. Da jedoch nun 30 Meter weniger gebohrt wurden, ist hier wirklich kritisch zu prüfen, ob die bessere Entzugsleistung ganze 30 Meter (enstpricht ca. 1,5kW!) weniger Erdsonde rechtfertigt.

Zudem muss die unterschiedliche Länge der Erdsonden selbst überprüft werden. Dies kann unter Umständen zu Problemen führen, wenn die Sonden nicht hydraulisch abgeglichen werden. Haben beide einen ähnlichen Zuflussquerschnitt, so würde die kürzere Sonde stärker „durchspült“ werden und wird damit mehr belastet als die andere Sonde. Dies könnte dazu führen, dass die kürzere Sonde das sie umgebende Erdreich auskühlt und die Gesamteffizienz der Anlage langfristig leidet.

Es gibt die Möglichkeit pro benötigter KW, 1 (Sonde) Bohrung nur bis zu einer Tiefe von 4m einzubringen, also bei mir benötigten 16 KW sind das dann 16 Bohrungen für eine Sole-Wasser Wärmetauscher Heizung. Bieten Sie diese Technik auch an?

Eine Doppel-U-Rohrsonde mit einer Länge von 4 Metern würde deutlich weniger als 1 Kilowatt Kälteentzugsleistung bedingen. Die Kälteentzugsleistung ist zudem nur ein Teil des Heizwärmebedarfs. Legt man einen Heizwärmebedarf wie bei Ihnen von 16 kW zugrunde, so benötigen Sie ungefähr 12 kW aus dem Erdreich, um ein angemessenes Verhältnis von Erdwärme und Strombedarf der Wärmepumpe herzustellen. Mit einer „normalen“ Erdwärmesonde von 4 Metern und einer daraus resultierenden Kälteentzugsleistung von 0,2 kW bräuchten Sie also 60 solcher Sonden. Ohne Ihr Grundstück näher zu kennen, denke ich, dass der Platzbedarf vermutlich nicht ausreichen wird. Zudem lassen die Kosten für das Umsetzen des Bohrturms und die verlängerte Standzeit ein solches Vorhaben tendenziell zu teuer werden. Alternativ können allerdings Erdwärmekörbe eingebracht werden, die in ihrer größten Form eine Höhe von annähernd 3 Metern aufweisen. Hier kann unter Umständen mit einer Entzugsleistung von 1 kW pro Korb kalkuliert werden. Demzufolge benötigen Sie 12 solcher Körbe.

Ich möchte vor meinem Haus 2 Erdbohrungen für Geothermie setzen lassen. Welche Abstände zur Straße und Haus muss ich mindestens einhalten. Haus steht in Schleswig-Holstein. Vielen Dank für die Antwort im Voraus.

In Schleswig-Holstein gilt für Erdsondenbohrungen ein Mindestabstand von 3 Metern zum Nachbargrundstück. Ein Mindestabstand zur eventuell an das Grundstück grenzenden Strasse gibt es nicht. Da zwischen den Bohrungen nach VDI 4640 Blatt 2, Abschnitt 5.1.1 Tabelle 2 gilt: "Kleinster Abstand zwischen zwei Erdwärmesonden: mindestens 5 m bei Erdwärmesondenlängen 40 bis 50 m, mindestens 6 m bei Erdwärmesondenlängen >50 bis 100 m", ist es gerade bei kleineren Grundstücken innerhalb der Vorplanung von entscheidender Bedeutung, die mögliche Bohrtiefe genehmigungsrechtlich zu prüfen.

Nach dem VDI ist o. g. Regelung "nicht anwendbar bei einer größeren Anzahl kleinerer Anlagen auf einem begrenzten Areal". Das heißt, dass bei Erdsondenfeldern als auch bei mehreren Bohrungen geringerer Tiefe eine individuelle Einzelfallprüfung vorgenommen werden sollte, um die langfristige Funktion des Erdsondenwärmetauschers zu gewährleisten.

Guten Tag. Mein Beitrag richtet sich auf die Verbautiefe der horizontalen Leitungen zwischen Bohrung und Hausanschluss: Ist ein frostsicherer Einbau vorgeschrieben und was sind die praktischen Konsequenzen, wenn eine solche Leitung mit ca. 8m Länge nur auf 55 cm Tiefe liegt? Ich befürchte vor allem im Winter bei Bodenfrost einen Waerme- und damit Effizienzverlust der Leitungen. Vielen Dank.

Der Wärmeverlust in den Rohren hängt nicht nur von der Erdreichtemperatur und der zurückzulegenden Strecke (Vorlauf + Rücklauf = 16m) ab, sondern auch vom Volumenstrom, der Oberfläche der Rohre und dem Bodentyp (Sand, Lehm, etc.). Angenommen, wir rechnen hier für ein normales Einfamilienhaus mit 10 kW Heizbedarf, so ergibt sich ein Solevolumenstrom von ca. 2,5 m³/h. Bei einem normalen Rohr mit Abmessung DN32, lockerer Tonerde mit 0° C usw. ergibt sich ein Gesamtwärmeverlust von 1,4 K, entsprechend 38,5 Joule. Bei einer Erdreichtemperatur von -2° C aber bereits 2,6 K. Die Verlegetiefe spielt eine wichtige Rolle. 55 cm entsprechen nicht unbedingt der VDI 4640/2, sind aber in unseren Breiten zu einem großen Teil des Winters unterhalb der Frostgrenze.

Guten Abend, ich plane die Einbringung zweier Erdwärmesonden-Bohrungen mit jeweils 100 m Tiefe. Soll ich die Sonden mit einen Verteiler oder über Y-Stücke (Tichelmann-Prinzip) verbinden? Ich bedanke mich schon im Voraus für ihre Antwort.

Bei 2 Sonden mit ungefähr gleichen Rohrlängen ist die Verbindung mit sog. Hosenstücken (Y-Stücken) problemlos machbar. Allerdings ist eine spätere Nachregulierung, falls eine Sonde in Ihrem Durchfluss gestört sein sollte, ohne einen Verteiler nicht mehr möglich. Eine ungleichmäßige Belastung der Sonden wäre die Folge, was bei ausreichend großer Dimensionierung des Erdwärmetauschers im Verhältnis zum Heizwärmebedarf allerdings als u. U. weniger problematisch angesehen werden kann. Bei 2 Sonden im Kontext der privaten Nutzung ist es lohnenswert die Mehrinvestition für einen Schacht + 2 Verteiler (Vor- und Rücklauf), bzw. die isolierte Montage an der Kellerinnenwand dem vermeintlich geringen Risiko einer Erdsondenhavarie gegenüberzustellen.

In Wasserschutzgebieten der Zone III B dürfen nur Erdsonden verbaut werden, die mit Wasser betrieben werden. Wie sieht hier die Auslegung aus bezogen auf die Tiefe der Bohrung und welche Erfahrungen bestehen?

Dass in Grundwasserschutzgebieten in gewissen Zonen pauschal die Möglichkeit besteht, ausschließlich mit Wasser befüllte Erdsonden einzubringen, ist so nicht richtig. Diese Möglichkeit muss im Einzelfall mit der zuständigen Behörde erörtert werden, da neben der Leckagegefahr das Durchstoßen verschiedener Grundwasserleiter an sich kritisch beurteilt wird und aus diesem Grund in den meisten Fällen eine Bohrtiefenbegrenzung vorliegt. Wird diese Möglichkeit jedoch eingeräumt, so muss die Dimensionierung der Erdsonden natürlich entsprechend der Geologie und des Heizwärmebedarfs hinsichtlich der Soletemperatur bestimmt werden. Als ersten Richtwert zur Vorplanung kann eine um 25% erhöhte Auslegung angenommen werden. In der weiteren Planung ist jedoch sicherzustellen, dass auch bei unterschiedlichsten Heiz- und Brauchwassertemperaturniveaus und unterschiedlich hohem Umfang der Heiz- und Brauchwasserbereitstellung nicht der Gefrierpunkt erreicht wird.

Sie schreiben, dass die Erdsonde spätestens zum Verfüllen des Bohrloches mit Wasser zu befüllen ist. In anderen Quellen wird jedoch angegeben, dass die Sonden mit fertiggemischter Sole befüllt werden sollten. Muss das Wasser dann zunächst vor dem Befüllen mit Sole wieder herausgeblasen werden. Oder sollte das Frostschutzmittel einfach zum Wasser dazugegeben werden? Wie wird dann die korrekte Durchmischung gewährleistet?

Eine nachträgliche Zumischung des Frostschutzmittels funktioniert nicht. Die Sole, also das Wasser-Glykolgemisch, muss vor dem Einfüllen in die Bohrungen komplett vermischt sein. Die Erdsonden werden beim Verfüllen des Bohrlochs dennoch zuerst mit normalem Wasser gefüllt und abgesperrt, damit die Sondenrohre dem schweren Verfüllmaterial einen Widerstand bieten können. Bei der Montage geschieht es sehr leicht, dass abgeriebene Teilchen des PE-Rohres im Wasser schweben, daher ist es sinnvoller, die Anlage mit billiger Flüssigkeit zu fluten. Dieses Wasser wird nach Installation der Komplettanlage ausgetauscht! Ein Betrieb mit reinem Wasser wäre gefährlich, falls es doch zu einer Gefrierpunktunterschreitung innerhalb der Wärmepumpe kommen sollte. Dies würde zu einem Schaden innerhalb des Wärmetauschers führen und damit die komplette Anlage stillegen und schwer beschädigen.

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Es bleibt für mich nur die Frage wie das Wasser aus den Sonden wieder herauskommt. Mit Druckluft? Insbesondere wenn mehrere Sonden vorhanden sind. Bleibt da nicht irgendwo ein Rest?

Bei der üblichen Austausch-Technik wird solange Sole eingespült, bis aus der Entleerung statt klarem Wasser die grünliche Sole wieder herauskommt. Aufgrund der Verrohrung nach Tichelmann, bzw. mit Verteilern, die mit Taco-Settern ausgestattet sind, werden alle Rohre grundsätzlich gleichmäßig durchflossen, es können sich also keine Restwasserblasen bilden. Kleinere Wasser-Reste wären natürlich überhaupt kein echtes Problem. Bei einer Gesamtmenge von mindestens 100 Litern Sole spielt ein weiterer Liter Wasser als "Verunreinigung" keine Rolle.

Letztlich wird bei der Abnahme eine Sole-Probe genommen und "gespindelt", um den Glykolgehalt und damit den maximalen Gefrierpunkt zu bestimmen. Sollte sich hier eine Abweichung von den angestrebten -16° C ergeben, muss die Sole nochmals ausgetauscht werden, ein nachträgliches Zufüllen von Glykol würde ja nicht verlässlich helfen, die gesamte Sole in ihrer Glykolkonzentration anzuheben.

Wieviel Abstandsfläche muss man bei Bohrung bis zum Zaun / dahinterliegenen Gewächshaus / bzw. 3 m dahinter liegenden Wohngebäude einhalten?

Hier ist die Grundstücksgrenze, zumindest aus verwaltungsrechtlicher Sicht entscheidend. In vielen Bundesländern, aber auch bei vereinzelten Landesämtern werden sogenannte Grenzabstände zwischen den Erdwärmesonden und der Flurstücksgrenze verbindlich gefordert. Hierbei variieren die Abstände häufig zwischen 3 und 5 m. Grundsätzlich trägt diese pauschale Abstandsregelung einer möglichen gegenseitigen thermischen Beeinflussung der eigenen Anlage mit der des Nachbarn Rechnung.

Wie stark ist die Bodenabkühlung für bereits bestehende Anpflanzungen mehrerer Gewächse, welche auf Bodenwärme angewiesen sind? Besteht Gefahr von Beeinträchtigung?

Wie weit sich ein Kältetrichter um eine Erdwärmesonde ausbreitet, hängt von vielen Faktoren ab. Auf Grundlage einer thermischen Simulation einer nach der VDI 4640 ausgelegten Erdwärmesondenanlage mit einer spezifischen Entzugsleistung von 50,0 W/m, konnten wir feststellen, dass es zu oberflächennahen Temperaturbeeinflussungen kommt und diese auch über den pauschalen Grundstücksgrenzenabstand hinaus gehen. Da diese jedoch sehr gering sind und in allen Fällen saisonal auftreten, ist keine Beeinträchtigung der Vegetation zu befürchten. Einen kleineren Kältetrichter würde man nur durch Reduktion der spezifischen Entzugsleistung erzielen können.

Wie ist die Chance aber auch Gefahr bei stark steinigem Gelände - Kalksandstein, lehmig und mit ca. 5-8% Südhanglage?

Dies ist ohne weitere Kenntnis der Geologie und insbesondere der Grundwassersättigung und –strömungsrichtung nicht zu beurteilen.

[Erdwärme und Wärmepumpen] [Tiefe Geothermie] [Unternehmen] [Referenzen] [Info]

Günter Grass nutzt Erdwärme von Stoltenberg Energie


Kostenschätzung anfordern

wärmepumpe kosten luftwärmepumpe funktion funktionsweise luft erdwärmepumpe preis forum erdwärme kosten erdwärme bohrung heizen mit erdwärme tiefenbohrung geothermie
Logo eeg-Portal