Angebotscheck von Erdwärmeheizungen
Übersicht
>> Viele Angebote von Erdwärmeheizungen sind nicht seriös
>> Eine ausführliche Beratung ist ein Qualitätskriterium
>> Die Vorprüfung der Genehmigungsfähigkeit zeigt Kompetenz
>> Wärmeentzug, -veredelung und -abgabe sind im Zusammenhang planerisch zu berücksichtigen
>> Ein Festpreisangebot zeigt die Erfahrung des Anbieters
>> Unbedingt auf Qualität achten
>> Die richtige Dimensionierung der Erdwärmeheizung hinterfragen
>> Die Länge der Erdsonden mit Bedacht wählen
>> Das technisch machbare ist nicht immer unbedingt auch sinnvoll
>> Lassen Sie sich einen Wärmemengenzähler anbieten
>> Die richtige Wahl des Stromtarifs gehört zur Beratung dazu
>> Die optimale Einstellung der Wärmepumpe sollte selbstverständlich sein
>> Neueste Beiträge und Fragen zum Thema
Viele Angebote von Erdwärmeheizungen sind nicht seriös
Seit vielen Jahren werden Wärmepumpen von der Stoltenberg Energie GmbH geplant, installiert und betrieben. In letzter Zeit boomt die Erdwärmebranche und neue Anbieter drängen auf den Markt. Aus Unwissenheit werden oftmals Angebote gemacht, die bei der späteren Ausführung nicht mehr haltbar sind, zu teuren Nachforderungen führen oder dem Kunden untergejubelt werden. Aus diesem Grund haben wir Ihnen im Folgenden die wichtigsten Empfehlungen zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen, eine korrekt ausgelegte, kostengünstige und wartungsarme Anlage zu erwerben:
Eine ausführliche Beratung ist ein Qualitätskriterium
Als erster Schritt sollte ein ausführliches Beratungsgespräch erfolgen. Stellen Sie alle Fragen, die Sie bezüglich der Technik, Wirtschaftlichkeit und dem Anbieter haben. Fragen Sie gezielt nach Referenzen und der Erfahrung des Anbieters sowie der Ausbildung des die Anlage planenden Mitarbeiters. Eine ingenieurswissenschaftliche Ausbildung ist dabei unerlässlich. Ein seriöser Anbieter beantwortet Ihnen alle Fragen ohne Zögern und wird Sie neben den Vorteilen auch über Risiken und projektspezifische Besonderheiten gerne beraten.
Die Vorprüfung der Genehmigungsfähigkeit zeigt Kompetenz
Auf eine Kundenanfrage sollte zunächst eine Voranfrage bei der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt oder Umweltamt Ihrer Stadt erfolgen, ob die geologischen Verhältnisse und das Wasserrecht eine Erdwärmesondenbohrung oder Grundwassernutzung zulassen. Auch wenn keine Sonde installiert werden kann, müssen Sie nicht auf eine Wärmepumpe verzichten. Ein seriöses Unternehmen wird in diesem Fall den Einsatz flach verlegter Erdreichkollektoren für Sie prüfen.
Wärmeentzug, -veredelung und -abgabe sind im Zusammenhang planerisch zu berücksichtigen
Die Effizienz der Wärmepumpe ist abhängig von der Temperaturdifferenz, die überwunden werden muss. Vorteilhaft sind daher Heizsysteme, die mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Dies gilt vor allem für Fußbodenheizungen und Wandflächenheizungen. Bei bestehenden Gebäuden mit konventionellen Heizflächen ist der Einsatz von Wärmepumpen nicht ausgeschlossen, stellt aber höhere Anforderungen an die Planung. Die Dimensionierung der Wärmeabgabefläche sollte daher vom Anbieter einer Erdwärmeheizung gründlich auf die Nutzbarkeit für ein Niedertemperatursystem untersucht werden. Berechnungen zur Wärmeabgabe sind dabei notwendige Vorraussetzungen und kaum durch Schätzwerte zu ersetzen.
Ein Festpreisangebot zeigt die Erfahrung des Anbieters
Ein Angebot über eine Erdwärmeheizung sollte von einem Generalunternehmer über die Erstellung der gesamten Anlage (Bohrungen, Sonden, Wärmepumpe sowie ggf. Verteilung und Heizflächen) erstellt werden. Aufgrund der Schnittstellen zwischen den Gewerken des Heizungsbauers, des Elektrikers und des Bohrunternehmens minimieren Sie damit Ihr Risiko. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen zudem, dass auch die Kosten geringer ausfallen, wenn zwischen den einzelnen Anbietern bereits eingespielte Rahmenvereinbarungen bestehen. Zudem sollten Sie darauf achten, dass dies Festpreisangebote sind.
Unbedingt auf Qualität achten
Für Wärmepumpen und ganz frisch auch für Bohrfirmen existiert ein Gütesiegel. Geben Sie diesen Fabrikaten bzw. Unternehmen grundsätzlich den Vorzug, denn wenn schon aufwendig die Erdwärme erschlossen wird, dann sollte sie nicht an den Übergabepunkten zur Sonde, Wärmepumpe, Puffer- oder Warmwasserspeicher und Heizungssystem unnötig verschwendet werden.
Die richtige Dimensionierung der Erdwärmeheizung hinterfragen
Die Erfahrung zeigt, dass die Wärmepumpe selbst häufig zu groß ausgelegt wird. Was dabei vielleicht als „Sicherheit“ verkauft wird, ist in jedem Fall mit höheren Kosten verbunden. Sprechen Sie Ihren Anbieter auf diesen Punkt an. Dies gilt im Übrigen auch für zu klein dimensionierte Anlagen. Was im ersten Punkt zu unnötigen Kapitalkosten führt, resultiert im zweiten Punkt in unnötigen Betriebskosten.
Die Länge der Erdsonden mit Bedacht wählen
Kontrollieren Sie die Auslegung der Sonden: Pro Kilowatt (kW) Heizleistung der Wärmepumpe sollte mit einer Sondenlänge von rund 15 Metern kalkuliert werden. Größere Abweichungen von diesem Wert sollten durch die Geologie begründet sein.
Das technisch machbare ist nicht immer unbedingt auch sinnvoll
Die Wärmepumpe sollte auch zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden. Eine separate elektrische Warmwasserbereitung ist fast immer energetisch ungünstiger und teurer. Grundsätzlich sollte ein möglichst einfacher Systemaufbau gewählt werden. Die Warmwasserbereitung sollte unbedingt Bestandteil des Lieferumfangs der Wärmepumpe sein und ohne Elektroheizstab erfolgen.
Lassen Sie sich einen Wärmemengenzähler anbieten
Lassen Sie zusammen mit der Anlage einen Wärmemengenzähler einbauen, der die Wärmeabgabe der Wärmepumpe erfasst – nicht den Wärmeentzug aus dem Erdreich. Ein separater Stromzähler sollte den Stromverbrauch der Wärmepumpe selbst (Verdichter), der Umwälzpumpen im Solekreis und im Wärmepumpenkreis und des ggf. vorhandenen elektrischen Heizstabes erfassen. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, die Effizienz der Anlage zu überprüfen. Beachten Sie bitte, dass erst nach mehreren Heizperioden ein aussagekräftiger Durchschnitt ermittelt werden kann, da meist die Inbetriebnahme höhere Anlaufkosten verursacht. Was heute für eine Bezuschussung Pflicht ist, zeigt auch die Bereitschaft des Anbieters zu seiner Leistung zu stehen.
Die richtige Wahl des Stromtarifs gehört zur Beratung dazu
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Stromversorger nach einem speziellen Wärmepumpentarif und einem Zuschuss und nutzen Sie diese. Achten Sie jedoch auch auf versteckte Kosten und besondere Vorschriften des Stromanbieters. Oftmals ist der Einbau eines Zweitarif-Stromzählers mit erheblichem Kostenaufwand verbunden, sodass die Wahl des Stromtarifs immer in Abhängigkeit des späteren Bedarfs gewählt werden sollte. Ihr Anbieter der Erdwärmeheizung wird Ihnen sicherlich erklären, welche Parameter entscheidungsrelevant sind.
Die optimale Einstellung der Wärmepumpe sollte selbstverständlich sein
Die Effizienz der Wärmepumpe ist abhängig von der Temperaturdifferenz, die sie überwinden muss. Minimieren Sie also in jedem Fall die Vorlauftemperatur Ihres Heizungssystems. Dies können Sie durch eine Verschiebung der so genannten „Heizkurve“ erreichen. Die vorgegebene Werkseinstellung ist oft nicht die günstigste. Lassen Sie sich von Ihrem Anbieter die Regelung und speziell die Beeinflussung der Heizkurve erklären. Das Gleiche gilt für die Solltemperatur der Warmwasserbereitung. In beiden Fällen gilt: So viel (Temperatur) wie nötig, aber so wenig wie möglich. Tasten Sie sich also an Ihr Optimum heran. Erfahrene Anbieter werden zu Beginn der Heizperiode die Optimierung der Wärmepumpe für Sie vornehmen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Erdwärme aus einer Hand
>> In 8 Schritten zur Erdwärmeheizung
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